Eine kleine Familien-Domaine in den Hautes-Côtes und ein echter Geheimtipp. Der junge Aurelien Verdet hat die Domaine seines Vaters übernommen, der bereits seit 1971 biozertifizert war und einen seinerzeit sehr fortschrittlichen Weinbau pflegte. Die Reben haben nie Chemikalien gesehen außer Kupfer und Schwefel. Aurelien hat noch einige Traubenverträge abgeschlossen, um die Produktion der kleinen Domaine etwas auszuweiten. Alles Handarbeit im Weinberg und Keller, alles sehr klassisch, aber zurückhaltend. Wenig Unterstoßen des Mostes, Ausbau in gebrauchten Barriques, nur für rund ein Jahr, dann mit viel reduktiver Frische in die Flasche. La Pretiere stammt von Reben in Comblanchien, dem Weiler zwischen Nuits-Saint-Georges und dem Corton-Hang. Eine sehr karge Lage mit wenig Erdauflage, aber warmer Exposition. Es ist ein in sich geschlossener Clos, indem Verdet rund einen Hektar besitzt. Die Reben sind rund 40 Jahre alt. Selbst in 2024 wurde der Wein komplett als Ganztraube vergoren, was sich nicht viele getraut haben so durchzuziehen wie Verdet. Aber er war sehr präzise in der Selektion und wollte die Rappen haben, um etwas der Säurefrische des Jahrgangs entgegenzuwirken. Für die Hautes-Côtes ist das eine eher warme Exposition, daher ist La Prétière in einem Jahr wie 2024 durchaus bevorzugt, weil es nicht zu extrem wird. In der Nase würzig und mit dunklen Pfeffernoten über der schlanken, roten Frucht von süßherber Himbeere, zerdrückte Walderdbeere, Veilchen und Pfingstrosen. Er hat sogar eine überraschende Extraktsüße in diesem ansonsten so straffen und eleganten, feinen Jahrgang. Was für ein schickes Pinot Noir-Parfüm. Ein Wein wie aus den 80ern. Fein, schlank, tänzelnd. So trinke ich Pinot Noir gerne. Der Prieuré ist hingegen der etwas rassigere Wein, der eher an den Bistrotisch gehört mit seinem Glouglou-Charakter.