Der Bourgogne wird wie alle Weißen bei Verdet nur noch im Beton-Ei ausgebaut, null Holzeinsatz. Abfüllung vor der nächsten Ernte im Spätsommer 2024. Er wächst in Chevrey in den Hautes-Côtes de Nuits auf einem Argilo-Calcaire-Boden. Die Nase ist kühl und saftig, mit grüner Birne und Granny Smith, geschälter Ingwer und Eisenkraut. Der Wein ist köstlich im Mund, hat eine schöne gelbgrüne Frucht, die schön athletisch und schlank ausgelegt ist. Trotzdem haben eine zarte Cremigkeit hintenraus, die aber nie die Führung übernimmt, sondern immer von salzigem Kalkstein begleitet bleibt. Schöne Pfefferminz-Frische, wow, das ist schon ziemlich salzig für einen Bourgogne, rassig und mundwässernd erfrischend.
2024 markiert die Rückkehr zu einem sehr klassischen, fast schon nostalgischen Stil. Die Weine sind deutlich kühler, straffer und mineralischer als in den Vorjahren. Mit moderaten Alkoholgraden zwischen 12 % und 13 % vol. erinnert der Jahrgang an die »gute alte Zeit« des Burgunds. Besonders die Weißweine bestechen durch einen laserartigen Fokus und eine berstende, kristalline Mineralität, die an das exzellente Jahr 2014 erinnert. Ein Jahrgang für Puristen, die Struktur und Kante über cremigen Charme stellen. Der Jahrgang 2024 war ein hartes Stück Arbeit für die Winzer. Starke Frostschäden und ein sehr regenreiches Frühjahr und massiver Mehltaubefall führten zu drastischen Ertragseinbußen, besonders an der Côte de Nuits. Ein »goldener September« rettete zwar die Qualität der verbliebenen Trauben, doch die Mengen bleiben extrem klein. Die Qualität variiert stark je nach Lage und Geschick des Winzers. Wer jedoch bei den Top-Produzenten fündig wird, erhält tiefgründige, charakterstarke Weine von großer Eigenständigkeit und Raritätswert.