Trascuevas ist eine Viura-basierte Cuvée mit zusätzlich jeweils fünf Prozent Malvasia und Palomino Fino. Im Schnitt über 50 Jahre alte Reben, kein gemischter Satz, sondern aus drei verschiedenen Terroirs stammend. Vergoren im Edelstahl, danach Ausbau im Beton und im 500-Liter-Holzfass. Über 10 Monate Hefelager. Das ist schon in der Nase sehr fein in dieser hellen, etwas unreifen Exotik. Limette, grüne Papaya und Mango, Mandel und Passionsfrucht. Mediterrane Kräuter. Kein klassischer weißer Rioja, weniger oxidativ und der Holzausbau ist hier kaum wahrnehmbar. Dazu viel weiße Blüten. Die Nase erinnert mich an eine Mischung aus Condrieu und Chablis – klingt irre aber genau das war meine erste Assoziation. Eben etwas reifere Frucht, aber auch sehr klar und präzise wie ein rassiger Chablis. Und genau das spiegelt sich auch im Mund wider. Viel reife Zitrusfrucht, Zitrone, Limette, auch wieder Passionsfrucht, etwas Rosmarin. Feine Salzigkeit schwingt mit und gibt viel Schub aus dezentem Gerbstoff. Schönes Spiel zwischen Texturen sorgt für ordentlich Spannung, das ist schon ziemlich genial, was Artuke hier für einen frischen, schlanken Weintyp auf die Flasche bringt.
2024 startete mit viel Wasser ins Jahr, hervorragende Auffüllung aller Speicher. Das Frühjahr brachte immer noch Regen und manchmal Kühle, Verrieselung der Blüte und Kampf gegen Pilze. Das bedeutet insgesamt geringer Ertrag. Ein moderater Sommer war perfekt für ein frisches Ergebnis, im Spätsommer und Herbst folgten einige Regenfälle. Wer vor der zweiten Oktoberwoche mit den schweren Regenfällen alles gelesen hatte (ALLE Topwinzer lesen inzwischen spätestens Anfang Oktober) hatte ein superbes Ergebnis. Rassige, frische Weine wie 2021, Cool Climate, vibrierende Rotweine und aufregende Weißweine. 2024 ist bei den besten Winzern Spaniens ein großes Jahr wie 2021. Schlanker und kühler als das opulentere 2023, reifer und zugleich frischer als das überheiße und blockierte 2022, aufregender und vibrierender als 2018 bis 2020. In der Klasse sicher so groß wie 2016 und 2019, eher noch etwas spannender und schicker, wie gesagt mit sehr viel Parallelen zu 2021.