Elio Altare: Langhe Rosso La Villa 2022

Elio Altare: Langhe Rosso La Villa 2022

Zum Winzer

Barbera 60%, Nebbiolo 40%
rot, trocken
15,0% Vol.
Trinkreife: 2025–2038
strukturiert
seidig & aromatisch
Lobenberg: 97–98/100
Jeb Dunnuck: 96/100
Galloni: 96/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Langhe Rosso La Villa 2022

97–98
/100

Der La Villa ist eine Cuvée aus Barbera und Nebbiolo, die 1,5 Jahre lang im Barrique ausgebaut wird. Und dieser Wein trifft es wirklich auf den Punkt. Hier finden sich Larigi und Giàrborina wieder. Pfirsich, Aprikose, zerdrückte Kirschkerne, helle Lakritze, feine Veilchen, Vergissmeinnicht, auch helle Blüten und diese superfeine Lakritze, eher Süßholz. Dazu eine große seidige Feinheit in der Nase. Im Mund best of both worlds. Wir haben diesen Grip des Larigi und die totale Seidigkeit und Feinheit des Giàrborina. Das Beste aus beiden Rebsorten in einem grandiosen Jahr. Der dritte große Vino da tavola aus dem Hause Altare. Ich bin völlig hin und weg… Vielleicht ziehe ich ob ihrer Eindeutigkeit Larigi und Giàrborina vor, weil wir im La Villa doch den Kompromiss aus beiden Rebsorten gehen. Aber dass der Wein Größe hat, ist gar keine Frage. Unendlich lang, so schick!

Jahrgangsbericht

2022 war in ganz Europa ein von Hitze und Trockenheit geprägter Jahrgang. Im Piemont fiel bereits im Winter 2021 kaum Schnee, und es regnete lediglich im Mai und dann wieder im August in sehr kleinen Mengen, was ein wenig zur Erleichterung der Reben beitrug. Vom Austrieb bis zur Lese verlief die Wachstumsperiode ungefähr zwei bis drei Wochen früher als im Durchschnitt. Dieses Jahr war also von extremem Wetter gezeichnet, aber glücklicherweise war es sehr regelmäßig und konstant heiß und trocken – vom Austrieb bis zur Weinlese während des »Indian Summer« – und es gab keine Hitzespitzen. Da die Trockenheit nicht plötzlich eintrat, bildeten die Reben dementsprechend kleinere Blätter und weniger Trauben aus. Vielleicht kamen sie deshalb so erstaunlich gut mit diesen erschwerten Bedingungen klar, weil sie sich seit dem Frühling langsam an diese Situation »gewöhnen« konnten.2022 kann unmöglich generalisiert werden, und jeder Wein verdient es, einzeln betrachtet zu werden. Die etwas kühleren Höhenlagen im Piemont sind häufig auch von durchlässigeren Böden geprägt und dieses Jahr aufgrund der Trockenheit deshalb nicht automatisch besser. So sind 2022 ton- und lehmhaltige Böden mit besserem Wasserhaltevermögen deutlich vorteilhafter als sandigere. Die sonst »besten« Cru-Lagen zeichnen sich durch ihre besonders »perfekte« Ausrichtung zur Sonne und somit noch wärmeren Temperaturen aus. Auch das Alter der Reben und die Herangehensweise jedes Weinguts in den Weinbergen konnte einen entscheidenden Unterschied machen. Wurde durch sanftes Entblättern der Sonnenschutz gewährleistet und die Böden nicht unnötig durch Pflügen geöffnet, was zum stärkeren Verdunsten von Wasser führt, hatten es die Reben bedeutend leichter. Aufgrund der Trockenheit bestand kein Krankheitsdruck, es gab weder Pilzkrankheiten noch Fäulnis, was die Arbeit während der Wachstumsperiode auch erleichterte. In Summe brachten die berühmtesten Lagen 2022 nicht automatisch die besten Weine hervor, wohl aber die kühleren und lehmigeren Böden mit gutem Wasserspeicher der »alten« Terroirs aus Castiglione, Serralunga und Monforte d’Alba, teilweise auch Verduno. 2022 ist laut Aussage von Luca Currado-Vietti vom qualitativen Potenzial her riesig, im Ergebnis aber wegen zweier fehlender Regenschauer im August und September und zwei Grad zu hoher Spitzentemperatur haarscharf unterhalb eines Jahrhundertjahrgangs hängen geblieben. Die Winzer, die viel Zeit in die Weinberge investierten und zudem bereits vor oder bei der Lese gnadenlos aussortiert haben, brachten die beeindruckendsten Weine hervor. Was nicht perfekt oder gar vertrocknet war, gelangte gar nicht erst in den Gärtank. Im Durchschnitt bedeutet das 15 bis 40 Prozent kleine Erträge gesunder und konzentrierter Trauben. Im Keller musste aufgrund des höheren Verhältnisses von Traubenschalen zum Saft sanft extrahiert werden; der Ausbau erfolgte oft ein paar Monate kürzer als sonst und somit etwas reduktiver, um die Frische der Weine zu bewahren.Der Jahrgang 2022 hat einen wunderbaren »Überraschungseffekt«, denn wer überreife Weine erwartet hat, wird das Gegenteil im Glas finden! Die Trockenheit bremste. Aber seit im Jahrgang 2003 ebenfalls Hitze auf Trockenheit traf, haben die Winzer viel dazu gelernt. Was bereits bei den Bordeaux Primeur Proben des Jahrgangs 2022 deutlich wurde, stimmt auch im Piemont: In der Spitze kann 2022 enorm was! Die Weine sind so konzentriert wie 2017, aber mit deutlich mehr Frische ausgestattet. Aromatisch sind sie herrlich intensiv und bereit, eine unwiderstehliche Performance abzuliefern. Die Struktur der Tannine hängt dabei von den oben genannten Faktoren ab. Es gibt strukturiertere Weine, die aber durch ihre Fruchtbalance dennoch meist durchaus harmonisch sind. Ich versichere, dass mit Offenheit ausgestattete Nebbiolo-Liebhaber dieses Jahr mit der ein oder anderen Neuentdeckung belohnt werden, denn 2022 gibt es durchaus viele hervorragende und gar überragende Weine im Piemont, auch wenn 2021 sicher über alle Regionen gesehen harmonischer und gleichmäßiger in seiner Weltklasse rüberkam.

96
/100

Jeb Dunnuck über: Langhe Rosso La Villa

The dark red 2022 Langhe Rosso La Villa is a blend of Nebbiolo and Barbera and is the last of the three wines in this tasting that keeps to the tradition of using 100% new French oak for fermentation and aging. The nose opens to notes of mocha, fresh lavender, red plum, and vanilla bean. The palate offers a compact and chiseled structure, balanced with the generous suppleness of fruit from the Barbera, and it lasts long on the palate. A singular wine in the range, it was shining brightly at this tasting. It needs another couple of years to come together and show its best, although it has the potential to improve in the coming 10-15 years. Drink 2026-2040.,,

96
/100

Galloni über: Langhe Rosso La Villa

The 2022 La Villa, Altare's Nebbiolo/Barbera blend, is superb. Even after all these years and the fading presence of this category, La Villa remains relevant—an essential wine in the Altare range. Sumptuous dark fruit, new leather, licorice, gravel and cloves saturate the palate. What a gorgeous wine this is.,,,

Mein Winzer

Elio Altare

Elio Altare ist das Vorbild für die Erneuerung und die Moderne des Piemonteser Weinbaus. Alle führenden Winzer der Moderne haben von der Weinbergsarbeit bis hin zum Ausbau im Barrique von ihm gelernt.

Langhe Rosso La Villa 2022