Der Clos Saint Laurent ist eine Einzellage inmitten derer die nagelneue, gerade Ende 2020 eröffnete Cuverie von Pelican sitzt. Der Clos ist mit Pinot Noir und Trousseau bepflanzt und gehörte zuvor ebenfalls der in Ruhestand gegangenen Jura-Legende Jacques Puffeney, der „Papst von Arbois“. Hochlage auf rund 380 Metern mit Blick über das direkt angrenzende Arbois. Die Reben sind zwischen 15 und 50 Jahren alt, eng gepflanzt, kleine Erträge. Der Boden ist nahezu reiner Kalkstein. Ostexposition, also etwas kühler. Relativ kurze Spontangärung von rund 14 Tagen im Betontank. Der Wein sieht keine Barriques. Kurzer Ausbau nur in 500 Liter und größeren 5000 Liter Fuderfässern bis zum Sommer vor der nächsten Ernte. Trotz völlig anderem Terroir passt dieser Pinot Noir so genial zu Angervilles Finesse. Schlanke, vibrierende Sauerkirschfrucht in Begleitung von Cranberry und Hagebutte, Roiboos Tee, kräuterig, eben mit der typisch schrägen Würze des Jura zur ansonsten sehr transparenten, klaren, roten Pinot-Frucht. Der Wein zeigt wahnsinnig viel Sauerkirsch-Energie, in der Nase und noch mehr im Mund, da kommt dann auch noch Cranberry und Schlehe hinzu. Auch wenn der Wein stilistisch in seiner sehr schlanken Würzigkeit auf der gegenüberliegenden Skala eines voluminösen roten Burgunders anzusiedeln ist. Es gibt hier überhaupt keine Üppigkeit, kaum spürbaren Holzeinfluss, alles läuft auf Frucht und Würze. Die Vibration, Frische und Spannung am Gaumen aus der roten Waldbeeren und Kirschfrucht ist schon enorm, man traut diesem schlanken Pinot ja eigentlich kaum diese Intensität und Energie zu. Verspieltheit, Finesse und doch so dramatische Fruchtstärke und das alles in einen so leichtfüßigen, pikanten und enorm frischen Wein verpackt. So zart, tänzerisch und eigenwillig-elegant. Man darf nicht an d’Angerville Volnay denken, das ist eine vollig andere Stilistik hier im Jura. Eine filigrane Schönheit.