Sottimano: Barbaresco Fausoni 2021

Sottimano: Barbaresco Fausoni 2021

Zum Winzer

Nebbiolo 100%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2055
strukturiert
saftig
pikant & würzig
Lobenberg: 97–98/100
Parker: 96/100
Galloni: 96+/100
Jeb Dunnuck: 96+/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barbaresco Fausoni 2021

97–98
/100

Die Lage Fausoni gehört zum Gebiet der Comune di Neive, welche den östlichen Punkt des magischen Dreiecks Barbaresco – Neive – Treiso im Herzen der Region bildet. Fausoni liegt direkt an die Stadt Neive angrenzend in süd-westlicher Exposition auf Ton- und Sandböden. Die Reben in der 1,5 Hektar großen Parzelle sind bis zu 70 Jahre alt. Seit den 1970er Jahren werden die Böden bei Sottimano ausschließlich biologisch und ohne Chemikalien bewirtschaftet. Auch im Keller wird nur mit natürlichen Hefen und ohne Schönungsmittel gearbeitet. Normalerweise dauert die Maischegärung hier 25 bis 28 Tage und beinhaltet auch immer eine Zeit mit »Submerged Cap«, dabei werden die Traubenschalen mit einem Netz unter der Weinoberfläche gehalten, das führt zu einer sanften Extrahierung der Tannine. In Jahren mit besonders außergewöhnlicher Traubenqualität belässt Andrea Sottimano seine Weine auch mal länger auf der Maische. Der Ausbau erfolgt im großen Botti von Gamba. Nach 24 Monaten, davon 12 auf der Hefe, wird der Barbaresco ungeschönt und unfiltriert abgefüllt. Mittleres, leuchtendes Rubinrot mit Orange am Rand. Die Nase zieht mich in ihren Bann! Alle Fruchtaromen sind zunächst eine ultra-komprimierte Essenz. Intensive Cranberries, rote Johannisbeeren und Hagebutten bereiten auf einen erfrischenden und präzisen Wein vor. Aber der Stoff wandelt sich in Lichtgeschwindigkeit, bei jedem Riechen am Glas präsentiert er sich von einer anderen Seite – was für ein großartiger Verwandlungskünstler! Von der klirrend frischen roten Frucht hin zu Brombeere, Wildkirschbrand, Hibiskustee, Heidelbeeren, Tamarinde, Nelken, Piment, warm duftenden braunen Gewürzen, Lavendel, getrockneten Rosenblüten und Potpourri – wie aus dem Bilderbuch – , eisenhaltigen Aromen wie Fleisch und Blut hin zu einem ultrafeinen, verführerischer Hauch Vanille, frisch gemahlenen Mandeln, weißer Lakritz. Von straff zu traumhaft schwebend, von Laserpräzision zu Sanftheit. Auch die Mineralität ist breit aufgestellt und reicht von salzigem Kalkstein über gebrannte Tonerde hin zu würziger brauner Erde. Ich rieche erneut und bin gedanklich im Schwarzwald! Wie durch eine Feder werden duftende Nadelhölzer, ätherisch-würzige Tannennadeln und etwas Zedernholz sanft unter die Nase gepinselt. Mmmh! Insgesamt sind die Aromen wie gesagt jeweils eine hochkonzentrierte Essenz, zugleich hat dieser Fausoni aber eine unglaublich feine, beinahe sogar schwebende, herrliche, burgundische Aura. Nach dem ersten Schluck zeigt er seine Jugend im Mund. 2021 ist ein großer Jahrhundertjahrgang mit Statur und Struktur und dieser Wein hat das Zeug dazu (und sollte meiner Meinung nach auch!) einige Jahre im Keller vergessen werden. Millionen feinster, ultrakleiner, griffiger Tannine rollen geschliffen über die Zunge und wirken samtig nach. Sie sind also reif, aber dennoch präsente Nebbiolo-Tannine. Ich habe die Flasche vor wenigen Minuten geöffnet und es ist offensichtlich, dass dieser Fausoni mit etwas Zeit noch viele organoleptische Asse aus dem Ärmel zaubern wird. Auch auf der Zunge findet dieser Tanz der roten und dunklen Frucht statt. Brombeeren, Blueberries, Schwarz- und Sauerkirschen mit aromatisch süßer, reifer, roter Himbeere. Etwas Mandelmousse, geröstete Haselnuss, dunkle Schokolade, ein Hauch Salbei, Blutorangenabrieb und eine karge, beinahe spröde, mineralisch zupackende, geradlinige Mineralität die an grauen Schiefer und Granit erinnert. Ein großer Riese mit Samthandschuhen und ein Barbaresco für die Träume! Sowohl der Fausoni als auch der Pajoré von Andrea Sottimano sind in ihrem Charakter sehr ausdrucksstark und absolut grandios. Es werden überschaubare 4.000 Flaschen gemacht.

Jahrgangsbericht

2021 ist DER Jahrhundertjahrgang im Piemont, der von Anfang bis Ende derart perfekte Bilderbuch-Bedingungen lieferte, wie es nur ganz, ganz selten der Fall ist. Viele Winzer sprechen bei 2021 sogar vom besten Jahrgang ever! Der Winter 2020 war nass und kalt, er füllte die Wasserreserven der Böden mit ausreichend Regen und Schnee auf. Ein idealer Start für den Jahrgang 2021. Durch die regelmäßige Entwicklung der Vegetation in den Weinbergen waren die Monate April, Mai und Juni relativ entspannt in den Weinbergen zu bearbeiten. Nur wenige Winzer waren von Frost betroffen, der ihren Ertrag reduzierte. Nach der Blüte entwickelten sich ziemlich überall gleichmäßig auf die Weinstöcke verteilte Trauben in guter Konzentration. Zu Beginn des warmen Sommers fiel genau die richtige Menge Niederschlag in regelmäßigen Abständen. Erst im Spätsommer begann eine lange, trockene Durststrecke für die Reben, die bis 2023 andauerte. 2021 gab es keinerlei Hitzespitzen und die regelmäßig warmen Tagestemperaturen wurden im Spätsommer mit kühlen Nächten ausgeglichen. Insgesamt sind die durchschnittlich wärmeren Temperaturen – die laut vieler Winzer generell seit 2017 spürbar angestiegen sind – das Haupt-Unterscheidungsmerkmal zum großen Jahrgang 2016. 2021 zeigt sich dadurch in den Weinen mit mehr Frucht und »Fleisch auf den Rippen« als 2016. Die konzentrierten Trauben erreichten eine perfekte Phenol- und Zuckerreife. Sie konnten kerngesund unter idealen Bedingungen gelesen werden. Nebel am Morgen, sonnige Tage und kühle Nächte. Die Nebbiolo liebt diese großen Temperaturunterschiede zwischen den Tages- und Nachttemperaturen ganz besonders, deshalb ist die Balance der Weine dieses Jahr so herausragend und beeindruckend. Die Konzentration der reifen Tannine im Zusammenspiel der schicken Säure und berauschend reifer, saftiger Frucht ist schlichtweg phänomenal! 2021 ist ein perfekter Jahrgang, den kein Piemont-Fan verpassen sollte.

96
/100

Parker über: Barbaresco Fausoni

Fausoni is a 1.5-hectare plot with old vines up to 70 years old in age. The Sottimano 2021 Barbaresco Fausoni delivers more oomph and texture thanks to clay and sandy soils that definitely make the difference. In terms of aromas, this wine is quite floral and delicate with citrusy oils, dates, tamarind and lavender. The tannins are elegant and chalky. Production of this organic wine is 4,000 bottles.,,

96+
/100

Galloni über: Barbaresco Fausoni

The 2021 Barbaresco Fausoni is bright, nervy and finely cut. Crushed rocks, white pepper, incense, red fruit, pink grapefruit and orange peel all scream out of the glass. Nervy and sinewy, with tons of top-end brightness, the Fausoni is a rock star. But it's also a wine for readers who appreciated the more linear, classically austere style of Barbaresco.,,,

96+
/100

Jeb Dunnuck über: Barbaresco Fausoni

The 2021 Barbaresco Fausoni is a bright red color and leads with a detailed and elegant bouquet of dried roses, pomegranate, toasted incense, and dusty earth. It’s bright and medium-bodied, with focused acidity, finely coiled and nervous tannins, and a clean, savory finish. It feels a bit wound up, but who are patient should be rewarded over the coming 15 years.,,

Mein Winzer

Sottimano

Rino Sottimano begann Ende der 60er Jahre direkt nach seinem Önologiestudium als Winzer. Erst angestellt und dann 1975 der Start in die Selbstständigkeit indem er in der renommierten Barbaresco-Lage „Cotta“ Weinberge erwarb.

Barbaresco Fausoni 2021