Yves Beck über:
Chateau Trotte Vieille 1er Grand Cru Classe B
Die Finesse und Tiefe, die Trotte Vieille in Sekundenbruchteilen offenbart, sind ebenso beeindruckend wie überzeugend. Es ist wichtig zu verstehen, dass dieser Wein die Eigenschaft besitzt, prägnante und tiefgründige Botschaften zu vermitteln. Das Verhältnis zwischen Noten von Kräutern, Minze, Blütenstielen und Pfeffer ist außergewöhnlich. Sie versprechen Frische, während der Duft von schwarzen Beeren auf eine gewisse Reife hindeutet. Der Wein ist dicht im Auftakt und entfaltet sich nahtlos. Er ist cremig, gelassen, präzise und wird von samtenen, kraftvollen Tanninen getragen, die mit einer ebenso strukturierenden wie tonischen Säure einhergehen. Alles ist ausbalanciert und subtil. Kein Kunstgriff veranlasst den Wein, mehr zu leisten, als er will (und kann). Er konzentriert sich bzw. darauf, in Sachen Substanz und Präzision zu glänzen. Das sind die Register, die ihn interessieren, denn sie öffnen die Rezeptoren, die dafür zuständig sind, die Weine zu erkennen, die man trinken möchte! Das salzige, fruchtige und liebliche Finale fasst die vielfältigen Eigenschaften von Trotte Vieille zusammen. Hier stehen weder Üppigkeit noch Fülle oder Kraft im Vordergrund. Sie alle stehen im Dienst der Energie und des kalkhaltigen Bodens. Es ist gut, manchmal die Rollen neu zu verteilen. Wenn Finesse über Fülle und Kraft steht, darf die Bewertung dreistellig sein.