Der Weinberg ist seit 1921 eine Monopollage der Familie Scavino, daher füllen nur Paulo Scavino und der Cousin Scavino von Acelia die Cru ab, seit 1978 wurde der Wein hier als »Bric del Fiasc« etikettiert. Das Terroir ist Kalkstein mit hellem Lehm und Sand. Extreme Espresso-Nase, das ist die ganz große Kavallerie. Aber der Wein ist nicht fett, der Wein lässt Platz für Phantasie, in der gelben und schwarzen Ausprägung, sehr tiefe, balsamische, schwarzfruchtige Nase, schwarze Kirsche mit Cassis und Brombeere, Maulbeere, Praline, Nougat, Nutella, feine Rauchnoten, dann kommt reife Mango, ein schönes Potpourri von schwarzer und gelber Frucht mit großer Tiefe und Wucht und fast berauschend intensiv, dramatisch balsamische Fruchtsüße in der Nase. Der Mund ist dann schlanker als von der Nase erwartet. Sehr mineralisch, Salz, Gesteinsmehl, darunter Zwetschge und eine Mischung dunkler Kirschen bis zur Sauerkirsche. Sehr feiner, harmonischer und doch tiefer, würziger Wein mit provencalischen Gewürzen. Deutlich komplexer, trotzdem verspielter als der Cannubi, viele verschiedene Spielarten, ein grandioses Hin- und Her an Eindrücken, von Kalk über salzige Mineralien, von Kirschen zu Brombeeren und zu Schokolade und Passionsfrucht und dann das Ganze höchst pikant wieder zurück. Der Wein hinterlässt einen sensationellen Eindruck einer fast multiplen Persönlichkeit mit Größe. 98-99/100
Der Jahrgang 2019 ist im Piemont wie auch in vielen anderen Regionen Europas ein magisches Jahr der Perfektion, er wird als klassischer Jahrgang hoch gelobt und im selben Zuge auch hoch bewertet. Viele Winzer vergleichen den Jahrgang mit dem Weltklasse-Ausnahme-Jahrgang 2016, besonders wegen der Tannindichte, Konzentration und Power der Weine. Den entscheidenden Unterschied zu den 2016ern macht aber die Balance der vielen dichten Tannine mit der wollüstigen Frucht, die süßer und saftiger ist als in den 2016ern. Die vibrierend frische, ausgleichende Säurestruktur der Weine sorgt für die ultimative, herausragende Balance. Der hohe Anteil an Polyphenolen bringt dabei vor allem bei Nebbiolo eine gesund leuchtende Farbe hervor, die tiefer und intensiver ist als in den Vorjahren. Im Grunde genommen haben die 2019er den Genuss-Regler lauter aufgedreht als die 2016er, sie sind eine hedonistische Version dieses klassischen Jahrgangs. Trotz all der Saftigkeit und Balance werden die Weine aber einige Zeit brauchen, um in ihr ideales Trinkfenster zu kommen, frühestens ab 2025, idealerweise ab 2028 geht’s los. Die Topweine haben das Zeug dazu, locker 20 und mehr Jahre im Keller zu reifen. Sie sind stramme, elegante Marathonläufer.