Seit über 45 Jahren und mittlerweile in dritter Generation produziert Dunn Vineyards einzigartige und zugleich klassische Cabernet Sauvignons. Diese Weine fangen die Berglandschaft des Howell Mountain in all ihrer Wildheit perfekt und zugleich hoch individuell in Weinform ein.
Liebe auf den ersten Blick
Wer das abgelegene, rustikale Anwesen einmal besucht hat, kann sich sofort vorstellen, dass der Beginn in dieser unberührten Landschaft nicht gänzlich ohne Herausforderungen war. Klassisch »Old-School« ist hier gelebte Realität und während benachbarte Weingüter heute mit modernster Kellertechnik aufwarten, hat sich bei den traditionellen Dunn Vineyards seit der Gründung im Jahr 1979 wirklich nur ganz wenig verändert.
Lori und Randy Dunn erwarben 1978 überschaubare 14 Hektar Land auf 600 Höhenmetern am Howell Mountain, inklusive fünf Hektar, die bereits mit Cabernet Sauvignon bestockt waren. Randy erinnert sich an den Moment, als er das Land zum ersten Mal sah: »Die Landschaft war sooo herrlich schön. Ich war mir von Anfang an absolut sicher, hier einen herausragenden Wein keltern zu können.« Es war Liebe auf den ersten Blick.
Bereits 1979 entstand aus der bereits bestehenden Rebfläche der erste Jahrgang des heute legendären »Dunn Vineyards Howell Mountain Cabernet Sauvignon«. Die Mini-Produktion von gerade mal 600 Kisten war von herausragender Qualität und das ist auch kaum verwunderlich, denn der Wein wurde von keinem Geringeren als Winzer-Legende Paul Draper (Ridge Vineyards) vinifiziert. 1981 wurde der Wein über einen Newsletter verkauft, der detailliert die familiären Ursprünge und die Mühen des Projekts beschrieb. Der Grundbaustein für eine treue Fangemeinde war gelegt.
Berglagen und Tallagen
Da der eigene Landbesitz anfangs stark begrenzt war, ermöglichte der Zukauf von Trauben befreundeter Winzer der Familie schon früh, mehr Wein produzieren zu können. 1982 wurde mit dem »Dunn Vineyards Napa Valley Cabernet Sauvignon« erstmals ein »Zweitwein« kreiert. Er spiegelt die üppige Frucht und die hedonistisch opulenten, geschliffenen Tannine der Talsohle des Napa Valley wider – ein krasser Kontrast zum tanninreichen, mineralisch zupackenden und in seiner Jugend manchmal auch etwas eigenwilligeren Wein vom Howell Mountain. Hin und wieder, wie beispielsweise 2022, wenn der Jahrgang eine andere Herangehensweise verlangt, besteht dieser Wein auch aus 100 Prozent Trauben vom Howell Mountain, allerdings von den reiferen Parzellen. In solchen Jahrgängen ist der Wein ein absoluter »No-Brainer« und dann sogar Pflichtkauf für Liebhaber kalifornischer Weine.
A Family Affair
Die Familie Dunn ist der Herzschlag des Weinguts. In den Anfangsjahren kümmerte sich Lori um den Verkauf und den Versand, während Sohn Mike seinem Vater Randy im Weinberg und Keller half. Als die Töchter Jennifer und Kristina in den 1980er-Jahren zur Welt kamen, halfen auch sie schon früh mit einfacheren Dingen im Betrieb mit.
Nach einem Exkurs in die Welt des Radsports kehrte Mike, der nach dem College einen kleinen Fahrradladen führte, 1999 nach dem tragischen Tod seiner Schwester Jennifer dauerhaft ins Familienunternehmen zurück. Ohne formale Winzerausbildung, aber mit viel Gespür und auch der während der Arbeit mit seinem Vater Randy gesammelten Erfahrung, experimentierte er mit alten Petite-Sirah-Reben und entwickelte wiederum mit seiner Frau Kara sein eigenes Label. Heute ist mit ihrem Sohn Alex bereits die nächste Generation voll bei Dunn Vineyards involviert. Als »Resident Farmer« leitet der ausgebildete Künstler seit 2022 den Übergang zur regenerativen Landwirtschaft.
Seit 2023 verstärkt Lily Mirabelle Freedman, die zuvor einige Jahre bei Colgin Cellars tätig war, das Team als Geschäftsführerin – sie ist das erste Nicht-Familienmitglied in dieser Position.
Die Entstehung der Howell Mountain AVA
Randy Dunn und benachbarten Winzer- Kollegen definierten 1983 die Howell Mountain AVA (American Viticultural Area). Alle Weinberge liegen hier oberhalb der Nebelgrenze auf mindestens 425 Höhenmetern. Die Region zeichnet sich durch kühlere Temperaturen, aber auch mehr Sonnenstunden aus. In Kombination mit den kargen Böden resultiert dies in kleineren, konzentrierteren Beeren mit dicken Schalen, die Weine von enormer Struktur hervorbringen. Alle Howell Mountain Weinberge von Dunn liegen zwischen 560 und 640 Metern Höhe, hauptsächlich in Ostausrichtung, was das Frostrisiko bedeutend minimiert. Die Erträge sind aufgrund des exponierten Klimas oft nur halb so groß wie in den Tallagen.
Eine Philosophie für die Ewigkeit
Seit 2016 setzt das Weingut verstärkt auf biologische Praktiken und regenerative Landwirtschaft, um die Artenvielfalt zu fördern und die Reben gesund zu erhalten. Mittlerweile bewirtschaftet das eigene Team 42 Hektar am Howell Mountain.
Jeder Weinberg hat eine eigene Geschichte
Der Trailer Vineyard war die ursprüngliche Lage von 1978. Sie verdankt ihren Namen einem alten Wohnwagen, der an der Parzellengrenze stand. Nach der Rodung 2013 wurde sie 2016 neu aufgepfropft und in »Alta Tierra« umbenannt.
»Frank« ist nach Harry Frank benannt, der Randy 1979 seine Reben anvertraute. Die Trauben fließen schon seit dem ersten Jahrgang in den Howell Mountain Cabernet.
»Park Muscatine« wurde 1991 erworben. Die Trauben der damals über 100 Jahre alten Zinfandel- und Petite-Sirah-Reben gingen früher an Ridge Vineyards.
In der Lage »Lake« wurde früher Heu für die Pferde gemacht. Seit Anfang der 2000er Jahre stehen hier Cabernet-Reben in Seenähe.
Der Keller
Die ersten Jahrgänge entstanden im Keller unter dem Wohnhaus, einer ehemaligen Postkutschenstation aus den 1890er Jahren. 1989 wurde eine 550 Quadratmeter große Felshöhle direkt in den Berg gegraben. Bei konstanten 13 °C und 98 % Luftfeuchtigkeit reifen die Weine hier unter optimalen Bedingungen.









