2019 war ein großes Jahr im Elsass, tatsächlich das Lieblingsjahr der Winzerin Marie Zusslin, seit sie das Ruder übernommen hat im Jahr 2000. Hier im Pfingstberg treffen sich Muschelkalk und Vogesen-Sandstein, darüber etwas Mergelauflage, sehr mineralreich. Südost-Exposition. Handlese in kleine Kisten, dann langsames Pressen über 12 Stunden. Rein spontane Vergärung, durchgegoren auf 1 Gramm Restzucker. Zusslin macht erfrischend trockene Weine für elsässer Verhältnisse. Der Wein durchlief eine komplette Malo während er eineinhalb Jahre auf der Hefe im Fass ausgebaut wurde. Die malolaktische Gärung ist nicht unüblich für Riesling im Elsass und gibt eine etwas cremigere, weichere Anmutung als das in Deutschland üblich ist, insgesamt werden elsässer Rieslinge dadurch häufig etwas moderater. Zudem bringt Zusslin die Top-Rieslinge immer erst mit gewisser Reife auf den Markt. Die Nase strahlt Reife und Kühle zugleich aus. Ein sehr eleganter, feiner Duft, der hohe Reife ausstrahlt, aber so elegant, so verspielt, weiße Blüten, Bienenwachs, Mirabelle, Quitte, Williamsbirne, Thaibasilikum. Das geniale an den Weinen von Zusslin ist, dass sie immer reif, aromatisch und cremig sind, nie anstrengend, reduktiv oder bissig. 2019 ist sooo elegant, die Balance ist herausragend, alles hat seinen Platz, cremig und trotzdem vibrierend. Länge ohne Ende. Den Charakter und die Tiefe der extremen biodynamischen Arbeit in Weinbergen, die Jahrzehnte keine Chemie gesehen haben, kann man in jedem Wein spüren. Aufgrund ihrer genialen Balance kann man sie aus großen Gläsern auch jung trinken, aber es sind echte Langstreckenläufer. Großes Kino aus dem Elsass.