Hannes Schusters Top-Blaufränkisch aus Müllendorf und Sankt Margarethen sind absolute Ikonen was diese Rebsorte angeht. Definitiv in einer Reihe mit den großen Weinen von Roland Velich, Franz Weninger, Dorli Muhr und Co. Der Boden in Müllendorf ist pure Kreide, es gibt sogar ein Kreidewerk dort. Enorm karg, hohe Erträge sind hier gar nicht möglich. 2017 war der erste veröffentlichte Wein, nachdem Hannes Schuster drei Jahrgänge gebraucht hat, um den Erntezeitpunkt in diesem speziellen Terroir perfekt zu treffen. Die Weinberge stehen in einer nach Südosten ausgerichteten Hanglange, etwa zwischen 280 und 300 Metern Höhe. Wie immer spontan vergoren und dann für fast zwei Jahre in gebrauchten 500-Liter-Holzfässern ausgebaut. Was für eine geniale, unglaublich elegante Nase! Fesselnde, tiefdunkle Beerenfrucht. Brombeere, Schwarzkirsche, dazu kommen dunkle Erde, Holunder, Lakritze und leichte Cassisnoten. Kühl und geschliffen, aber gleichzeitig auch vollreif. Tolle Komplexität! Im Mund dann auch ganz auf der dichten Beerenfrucht laufen. Brombeere, etwas Blaubeere, Schwarzkirsch-Süße und feine Pfefferwürze. Reife, aber präsente Säure wird ergänzt von der geschliffenen Tanninstruktur. Das Tannin ist brillant poliert, der Wein liegt makellos auf der Zunge und ist an Eleganz am Gaumen kaum zu übertreffen. So fein und strahlend. Die dezente Säure spielt ein wenig im Mund und will gar nicht enden. Aber sie ist so feingliedrig und elegant, zu keinem Zeitpunkt aggressiv. Der Wein präsentiert sich in perfekter Ausgewogenheit und Harmonie. Die Präzision ist grandios. Völlig anders in der Ausprägung als der ähnlich gute Margarethen. Erhaben und kraftvoll, aber doch so strahlend und fein zugleich. Blaufränkisch auf absolutem Spitzenniveau! 97-98/100