Weingut Prinz: Riesling Hallgartener Hendelberg Erste Lage 2024

Weingut Prinz: Riesling Hallgartener Hendelberg Erste Lage 2024

BIO

VDP

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2041
frische Säure
mineralisch
fruchtbetont
Lobenberg: 95+/100
Suckling: 93/100
Galloni: 93/100
Deutschland, Rheingau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Hallgartener Hendelberg Erste Lage 2024

95+
/100

Lobenberg: Der Hendelberg ist mit Sicherheit eine der spannendsten Lagen im Rheingau, seit Jahren sehe ich ihn bei den Kühns schon als heimliches GG, obwohl es »nur« eine Erste Lage ist. Auch bei Prinz sticht dieser Wein durch seinen feinen, enorm steinigen Charakter heraus. Es ist eine kühle, rund 300 Meter hohe Hanglage mit bis zu 40 Prozent Steigung. Der karge Boden ist geprägt von einer Mischung aus Schiefer und Quarzit. Durch die Südwest-Ausrichtung können die Trauben perfekt ausreifen und gleichzeitig ist die Lage, besonders am oberen Hangbereich, sehr windoffen, was für eine gute Belüftung sorgt. Diese kühlen Parzellen oben am Hang haben sich erst in den letzten, heißeren Jahren als besonders gut und zukunftsträchtig erwiesen. Sehr klare, tiefgründige Nase, geprägt von nassem Stein und kühler Mineralität. Der Hendelberg wird teilweise in Edelstahl ausgebaut, großteils aber in großem Holz. Der Hendelberg hat einen etwas wilderen Charakter als der Frühernberg, der vielleicht der etwas klassischere Rheingauer ist. Im Hendelberg haben wir zum einen die Hochlage, die Kühle und die Schieferwürze und zudem die höhere reduktive Spannung aus der Spontangärung. Die Frucht ist deutlich runtergetunt, es wird würziger und dichter, Flint, Graphit, dunkle Beeren. 2024 ist etwas filigraner und kühler in der Auslegung als das Kraftpaket 2023, hat aber dennoch viel Extrakt und Kraft. Tolle Dichte und Konzentration, wirklich satter Mund, nein, 2024 ist nicht karg und nicht grün, sondern ziemlich on point, was man von klassischem Rhein-Riesling erwartet. Es ist wirklich verblüffend, wie viel aus den niedrigeren Mostgewichten in 2024 dann doch herausgekommen ist, das ist ein Traum von kühlem Traubensaft mit so viel Spannung und Aroma.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

93
/100

Suckling über: Riesling Hallgartener Hendelberg Erste Lage

-- Suckling: The extremely smoky and flinty nose with intense wild herb aromas makes a bold statement. Sleek and positively austere, this is super cool and straight on the medium-bodied palate. Very expressive. Long, super-crisp and flinty finish. From organically grown grapes. Drink or hold.

93
/100

Galloni über: Riesling Hallgartener Hendelberg Erste Lage

-- Galloni: The 2024 Riesling Hallgartener Hendelberg was made from vines that are up to 45 years old on this elevated, stony slate site. Exquisite hints of Reinette apple mix with alluring lime and tangerine notes. Its superb freshness tingles on the tongue. This is beautifully sleek, utterly appetizing and pervasive. The finish is zesty and long. (Bone-dry)

Mein Winzer

Weingut Prinz

Innerhalb weniger Jahre hat sich Prinz mit seinem hohen Qualitätsanspruch und dieser geradlinigen Rieslingstilistik mittlerweile in der absoluten Spitzenliga des Rheingaus etabliert. Ursprünglich war Weinbau nur ein Hobby für Fred Prinz. Wie in vielen Familien der Gegend, bewirtschaftete auch seine...

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