Der Haardter Herzog von Andres ist nun schon seit einiger Zeit eine feste Größe im deutschen Chardonnay-Game. Kalkmergel, enorm strenge Selektion und nur 25 hl/ha Ertrag. Dazu der Ausbau in 50% neuem und 50% gebrauchtem Barrique, was dem Wein nochmal deutlich mehr Tiefe und Struktur im Vergleich zum Ortswein verleiht. In der Nase deutlich komplexer und intensiver. Feuerstein, Streichholz, Rauch, dazu geröstete Pinienkerne und etwas Haselnuss. Dahinter Zitruszesten, gelber Apfel, ein Hauch Quitte und feine Kräuter. Alles wirkt kühl, aber mit ordentlich Druck dahinter. Am Gaumen mit richtig Grip. Straff, salzig und sehr strukturiert. Zitrus, etwas gelber Pfirsich, feine Würze, dazu diese kalkige, fast maritime Mineralität. Das Holz bringt Tiefe, leichte Röstaromen und eine schöne Textur, ohne den Wein zu dominieren. Im Finale lang, würzig und mit viel mineralischem Nachhall. Ein moderner Chardonnay mit richtig Spannung, Tiefe und Charakter – sehr weit vorne, was deutsche Chardonnays angeht.