Vigneti Walter Massa: L'Avvelenata Freisa 2021

Vigneti Walter Massa: L'Avvelenata Freisa 2021

Zum Winzer

Freisa 100%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2025–2035
pikant & würzig
fruchtbetont
seidig & aromatisch
Lobenberg: 93–94/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
L'Avvelenata Freisa 2021

93–94
/100

Lobenberg: Freisa im Glas! Das ist eine höchst eigenständige, autochthone Rebsorte. Die Italiener und Ortsansässigen lieben die etwas sprudelige Freisa so sehr, dass nur wenig in den Export kommt. Ich habe noch einen Freisa von Bartolo Mascarello. Dort musste ich kämpfen, um überhaupt ganz wenige Flaschen für Deutschland zu bekommen. Wenn man diesen Wein erst mal im Glas hat, weiß man auch warum. Das ist ein höchst trinkiger Wein. Rosenblätter, Milchschokolade und Sauerkirsche. Am Gaumen weiches Tannin, feine Säure und ein schlanker Körper. Schmeckt am besten ganz leicht gekühlt. Freisa war einst höher angesehen als Nebbiolo. Doch Ausbaumethoden und Geduld brachten neue Erkenntnisse. Der Ausbau ist völlig verrückt. Kein Stahltank, kein Holz. Nein, Walter Massa baut das in 54-Liter-Glasbehältern aus.

Jahrgangsbericht

2021 ist DER Jahrhundertjahrgang im Piemont, der von Anfang bis Ende derart perfekte Bilderbuch-Bedingungen lieferte, wie es nur ganz, ganz selten der Fall ist. Viele Winzer sprechen bei 2021 sogar vom besten Jahrgang ever! Der Winter 2020 war nass und kalt, er füllte die Wasserreserven der Böden mit ausreichend Regen und Schnee auf. Ein idealer Start für den Jahrgang 2021. Durch die regelmäßige Entwicklung der Vegetation in den Weinbergen waren die Monate April, Mai und Juni relativ entspannt in den Weinbergen zu bearbeiten. Nur wenige Winzer waren von Frost betroffen, der ihren Ertrag reduzierte. Nach der Blüte entwickelten sich ziemlich überall gleichmäßig auf die Weinstöcke verteilte Trauben in guter Konzentration. Zu Beginn des warmen Sommers fiel genau die richtige Menge Niederschlag in regelmäßigen Abständen. Erst im Spätsommer begann eine lange, trockene Durststrecke für die Reben, die bis 2023 andauerte. 2021 gab es keinerlei Hitzespitzen und die regelmäßig warmen Tagestemperaturen wurden im Spätsommer mit kühlen Nächten ausgeglichen. Insgesamt sind die durchschnittlich wärmeren Temperaturen – die laut vieler Winzer generell seit 2017 spürbar angestiegen sind – das Haupt-Unterscheidungsmerkmal zum großen Jahrgang 2016. 2021 zeigt sich dadurch in den Weinen mit mehr Frucht und »Fleisch auf den Rippen« als 2016. Die konzentrierten Trauben erreichten eine perfekte Phenol- und Zuckerreife. Sie konnten kerngesund unter idealen Bedingungen gelesen werden. Nebel am Morgen, sonnige Tage und kühle Nächte. Die Nebbiolo liebt diese großen Temperaturunterschiede zwischen den Tages- und Nachttemperaturen ganz besonders, deshalb ist die Balance der Weine dieses Jahr so herausragend und beeindruckend. Die Konzentration der reifen Tannine im Zusammenspiel der schicken Säure und berauschend reifer, saftiger Frucht ist schlichtweg phänomenal! 2021 ist ein perfekter Jahrgang, den kein Piemont-Fan verpassen sollte.

Mein Winzer

Walter Massa

Walter Massa ist der Godfather des Timorasso. Er hat sich in den frühen 1980er Jahren im Piemont dieser autochthonen Rebsorte verschrieben. Und weil kaum ein anderer Winzer sich mit ihr beschäftigte, sondern alle auf Nebbiolo und Barbera oder allenfalls Chardonnay setzten, ist er auch der einzige...

L'Avvelenata Freisa 2021