Die Trauben für die Weine von Verget stammen von Vertragswinzern von Guffens. Es wird Einfluss im Weinberg geübt, etwa wenn es um die Erntezeitpunkte und die Erntemengen geht. Hier wird also gearbeitet, als wären es eigene Weinberge, aber es sind eben Vertragswinzer, die bewirtschaften. Die Lese übernimmt Verget selbst. Die Ganztrauben werden eingemaischt und gepresst, der Saft in drei Fraktionen aufgeteilt: Der Free Run, der mittlere Teil und die harte Pressung. In den Topweinen landet ausschließlich der Vorlaufsaft mit seiner hohen Säure bei gleicher Reife wie in den anderen Fraktionen. Über drei Monate hinweg wird ganz langsam fermentiert. Verget steuert die Reduktion in der Nase des finalen Weins ein bisschen über den Zeitpunkt des Starts der Fermentation in den Barriques. Nach der Presse wird der Vorlaufsaft bei manchen Weinen etwas länger sedimentiert und somit mit einem geringeren Hefeanteil in die Barriques gegeben. Spontanvergoren und ausgebaut in Barriques, rund 25 Prozent neu. Verget und Guffens, zu denen Verget ja gehört, sind Verfechter der späten Ernte, die phenolische Reife der Schale muss komplett gegeben sein. Umso wichtiger ist es später während der Pressung, den Free Run Juice abzutrennen und nur diesen für die Topweine zu verwenden, um die hohe Säure bei hoher phenolischer Reife zu erreichen. Das ist der obere Teil des 1ers Crus Sur la Roche, der über 400 Meter hochliegt und daher kein 1er Cru sein darf by law. Das macht wenig Sinn in Zeiten des Klimawandels, aber es wurde so beschlossen. Daher füllt Guffens den höchstgelegenen Teil des Weinbergs separat. Man musste sehr, sehr lange warten in 2024, um diese hohe Reife zu erreichen. Der Wein ist pures Gestein, so wahnsinnig straff, dass man die Augen zusammenzieht, Salz und Grapefruit, fast meint man etwas Schiefer in diesem Wein zu haben, weil er so wahnsinnig salzig vorantreibt.