Ein Blend aus 50 Prozent Malagousia, 25 Prozent Assyrtiko sowie 20 Prozent Vidiano und Aidani. Der Assyrtiko wird nach dem Vorbild eines weißen Burgunders nach der Lese als Ganztraube mit geringem Druck sehr langsam abgepresst und anschließend in großen, gebrauchten Holzfässern vergoren und ausgebaut. Alle anderen Rebsorten werden auf den Traubenschalen in Amphoren vergoren – also sozusagen genau wie Rotweine –, dann abgezogen und weitere zehn Monate auf der Hefe in Amphoren ausgebaut. Nachdem die Cuvée zusammengestellt wurde, erfolgte die unfiltrierte Abfüllung. Tiefes Goldgelb. Schon die druckvoll schiebende Nase ist phänomenal – dieser Stoff hat Superstar-Charakter! Orangenmarmelade mit dezent bitterer Schale, opulent duftende Bergamotte, reife Alphonso-Mango, saftiger Blutpfirsich, rote Äpfel, getrocknete Aprikose und Waldhonig. Dazu attraktive frische und getrocknete Kräuter: Minze, Melisse und Zitronenthymian und schwebende Orangenblüten. Imposante, intensive Noten von Kalkstein und tief brummender, steiniger Würze sowie duftende Vanille, Sternanis und ein Hauch brauner Pfeffer. Im Mund haut mich der Stoff noch mehr von den Socken. Wow! Ein fulminanter Mundeintritt mit deutlich schmeckbarem, sehr gut integriertem Holz. Der Wein erinnert im ersten Moment an so manchen weißen Burgunder mit einem Hauch Reduktion, dabei zeigt er sich tatsächlich schon im nächsten Moment viel offenherziger, zugänglicher und eher in Richtung Savennières gehend. Auch die florale Aromatik der Malagousia wird im Glas immer lauter und bringt einen Touch Condrieu ins Spiel. Apostolos Thymiopoulos ist ein absolutes Winzer-Genie! Reife Aprikosen, saftig reife rote und gelbe Äpfel spielen mit einem Hauch attraktiver Bitterkeit. Dieser Wein liefert ein ziemlich perfektes Zusammenspiel aus reifer Frucht, salziger, erfrischender Säure und tiefgehender, dezent rauchiger Mineralik. Eine imaginäre Mischung aus weißem Burgunder, Savennières und Condrieu mit großartigem Trinkfluss. Einzigartig und aus dem Stegreif einer meiner neuen Lieblingsweine. In diesem Preisbereich ist das unschlagbar viel Geschmack – ein Wein, den ich ohne Sorge in einer Blindprobe neben namhaften Weißweinen Frankreichs aufstellen würde. Er bietet momentan einen wunderbaren Trinkfluss, dennoch hat er das Zeug für mindestens gute zehn Jahre Flaschenreife. Eigentlich sollte ich diesen Stoff geheim halten – er ist so gut!