Mit ihren »Baby Bandito« Weinen möchten Craig und Carla Hawkins einen fairen Einstieg bieten. Bezahlbare Weine, mit dem Versprechen der Winzer, dass sie qualitativ in einer höheren Liga spielen. Die Carignan Reben stehen auf Granit. Im Keller wird wie immer bei Testalonga minimal-invasiv gearbeitet, das heißt Ganztrauben-Gärung mit wilden Hefen, dann in gebrauchten Fässern ausgebaut und ungeschönt sowie unfiltriert abgefüllt. Der Wein steht in mittlerem Violett im Glas mit extrahierten Tränen am Glasrand. Zunächst beginnt die Nase sehr verspielt duftend, beinahe Pinot-Noir-Like, und glasklar in ihrer beinahe quietschigen Frucht. Süße, reife Himbeere, auch minzig duftender Himbeerbusch und ansonsten hauptsächlich schwarze und blaue Noten wie Boysenbeere, Blaubeere und Brombeere mit einem zarten Hauch Vanille. Nach und nach wird die Aromatik immer dunkler, von mediterranem Thymian und Oregano und Wiesenkräutern hin zu angeflammter Blutorange. Sie entwickelt sogar beinahe fleischige, rauchige Noten, die mich an Shiraz oder Syrah erinnern, allerdings ganz, ganz zart. Die zarte Mineralik von rostigem Eisen und warmer brauner Tonerde macht die aromatische Komplexität des Weins perfekt. Im Mund trifft dieser Baby Bandito dann in salziger Präzision auf die Zunge – hier kommt die typische Frische der südfranzösischen Rebsorte Carignan zum Vorschein! Rote und schwarze Johannisbeeren hinterlassen eine knackige Säure und sandig feine Tannine, breiten sich mit ihrer dezenten Griffigkeit auf der Zunge aus. Die Würze von mediterranen Kräutern ist auch am Gaumen eingebaut. Vom Körpergefühl haben wir hier eine Art imaginären Blend aus Pinot Noir und Sangiovese im Glas. Elegant und vielschichtig mit eindeutigem mineralischem Charakter. Ein Wein, der sein Versprechen hält. In diesem Preisbereich echt genial gut!