Der Aligoté ist Patailles absolutes Steckenpferd, viele verschiedene erzeugt er mittlerweile, die meisten davon in Marsannay. Alle Weine bei Sylvain entstehen in biodynamischer Weinbergsarbeit, Handlese mit kleinsten Erträgen, alles macht der Großmeister höchstpersönlich. Alles wird spontanvergoren. Das Ausgangsmaterial wird angequetscht und dann als Ganztraube auf der kleinen Korbpresse über mehrere Stunden gekeltert. Sylvain Pataille mag keinen Schalenkontakt bei Weißweinen, weil er nicht mag wie es die Aromatik verändert. Der Most geht dann ungeklärt, ungeschwefelt und unbearbeitet direkt ins Holz in die Spontangärung. Der Aligoté wird mittlerweile komplett in größeren Fuderfässern ausgebaut. Die Nase ist sehr schick, sehr klar, auch wenn der Wein an sich noch relativ trüb ist. Nur abgesetzt, unfiltriert. Eine sehr aromatische und zugleich total harmonische Nase, nicht mehr ganz so wild wie früher. Die Fuderfässer geben den Weinen eine schöne Balance. Wir haben weißen Pfirsich und die zestige Frische von Granny Smith, Limettenabrieb, grünen Tee. Der Mund läuft auf feinsalziger, kreidiger Muschelschale, viel Energie, kühler Saft. Sylvain hat sich im vor allem für Biodynamiker herausfordernden Jahrgang 2023 selbst übertroffen. Einen so fantastischen Zug bei gleichzeitig hoher Reife hatten die Weine zuletzt vielleicht 2017, ein mega Jahrgang für diesen Wein. Die Spannung ist geradezu elektrisierend, eine Magnum wäre noch zu klein!
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.