Franz Keller

Spätburgunder Oberrotweiler Eichberg Großes Gewächs trocken 2019

seidig & aromatisch
strukturiert
97–98
100
2
Spätburgunder 100%
5
rot
12,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2047
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–98/100
6
Deutschland, Baden
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Spätburgunder Oberrotweiler Eichberg Großes Gewächs trocken 2019

97–98
/100

Lobenberg: Der 2019er Eichberg bekommt 30 bis 40 Prozent Rappenanteile in der offenen Maischegärung, alles spontan. Hier im Eichberg stehen 25 Jahre alte, burgundische Pinot-Noir-Klone, auf schwarzem Vulkangestein namens Tephrit. Aufgrund des Terroirs, aber auch aufgrund der Burgunder-Klone und der 35% mitvergorenen Rappen, haben wir mit diesem Wein den massivsten Kracher im Glas. Spontan im großen Holzgärständer vergoren. Im Mittelbau gibt es zwei Spätburgunder GGs bei Keller, den Kirchberg und den Eichberg. Der Kirchberg ist der etwas Feinere, aber für mich, obwohl oft höher bewertet, meist der Langweiligere. Der Eichberg hat eine ganz eigene, faszinierende Stilistik, er zeigt sich oft dunkelwürzig, sehr vulkanisch geprägt, herb und ein bisschen rauchig. Sehr versammelte Nase, die aber sehr fein daherkommt, nicht so blockbustermäßig in der Nase wie der dramatische 2018er. Rote und schwarze Kirsche mit Mokka und frischer Erde unterlegt, auch Tropenhölzer. Tief, mineralisch und dunkel. Überhaupt hat er eine wilde Note, eine Würze von geröstetem Espresso, edelherbem Kakaopulver. Das ist extrem eigenständig in der Stilistik, das macht seine Klasse aus. Der pikante 2019er Zug schlägt im Mund dann voll ein, läuft mittig geradeaus in seiner dunklen, noch leicht verschlossenen Art. Die Augen ziehen sich zusammen dank dieser irren Frische im Nachhall. Salzig, erdig, herbsaftig, mit enorm feinkörniger Tanninstruktur, die dennoch fest zupackt. Dann auch wieder diese eigenwillige rote Frucht, gepaart mit rohem Fleisch und einer leichten Eisennote, das liest sich jetzt wahrscheinlich total schräg, aber der Wein ist auch dermaßen eigenwillig. Das ist so eine würzige Wildheit, die der Eichberg immer hat. Erinnert ein bisschen an Gevrey oder Schweizer Pinot mit dieser dunkleren Art. Die Konzentration ist enorm, der Wein ist dermaßen tief. Der hohe Oszillograph aus Salz, Vulkangestein, ultrafeinem Tannin und pikantem Säurekick ist so genial an 2019. Zeigt so viele Facetten, wild, tief, fruchtstark, fest, straff. Er zeigt noch nicht in welche Richtung er letztendlich gehen wird, aber er wirkt grandios balanciert. Wenn auch etwas verschlossener, geheimnisvoller als die 2018er, die direkt mehr gezeigt haben. 97-98/100

Mein Winzer

Franz Keller

Franz Keller. Ein Name, eine Legende. Nach dem Krieg entdeckte Franz Keller seine Leidenschaft für Wein. Unter anderem fing er mit seinem Weinhandel an, Weine aus Bordeaux zu importieren.