Der Spätburgunder »Alte Reben« stammt aus Carsten Saalwächters Lieblingsweinberg in Ingelheim. Über 50 Jahre alte Reben, reiner Muschelkalk. Die Erträge sind hier sehr gering, die Trauben dafür aber konzentriert und aromatisch. Auch wieder mit einem gewissen Anteil Ganztrauben vergoren. Natürlich ungeschönt und unfiltriert, ganz nach der Devise von seinem Lehrmeister Hanspeter Ziereisen. In der Aromatik sind wir hier deutlich intensiver und kraftvoller, auch einen Hauch dunkler als beim rotfruchtigen Spätburgunder Gutswein. Hohe Intensität, schon viel steinige Mineralik in der Nase. Rund 20 Prozent Ganztraubenanteil, spontan vergoren im geschlossenen Holzgärbottich. Keine Schönung, keine Filtration. Wie sein Lehrmeister Ziereisen macht auch Carsten Saalwächter Landwein. Ausbau für 18 Monate in französischen Barriques, rund 50 Prozent neues Holz. Das ist deutlich mehr als in früheren Jahren, aber Carsten hat einfach festgestellt, dass seine Pinots das Holz einfach gut aufnehmen und komplexer und feiner im Geschmack werden. Dafür lässt er die Weine nicht mehr so lange im Fass, nimmt sie rund ein halbes Jahr früher heraus zur Abfüllung und reift lieber in der Flasche. Die Nase der Alten Reben ist nicht mehr so reduktiv und dunkelbeerig wie in früheren Jahren, sondern etwas mehr in der roten, kirschigen Frucht, dunkel schattierte Sauerkirsche, Boysenberry, Lorbeerblatt, das typische Saalwächter-Cassis ist schon noch da, aber nur in Anklängen, wummert ganz fein im Hintergrund. Im Mund breitet sich der Spätburgunder mit einer fast körnigen Textur über die Zunge aus. Wow, was für ein Grip. Spürbare Mineralik irgendwo zwischen Graphit und Kalkstein, fesselnd und zupackend. Wahnsinnige Säurefrische, zieht die Kirsche mit rasanter Geschwindigkeit über die Zunge. Die charakteristische kühle Kräuternote zeichnet Carsten Saalwächters Weine alle aus, aber durch seine leichten Stellschrauben in der Vinifikation ist es etwas rotfruchtiger und feiner geworden. Das ist wirklich ein sehr eigenständiger, charaktervoller Spätburgunder. Beeindruckende Komplexität aus den alten Reben!