Rings: Spätburgunder Leistadter Kalkofen Erste Lage 2023

Rings: Spätburgunder Leistadter Kalkofen Erste Lage 2023

BIO

VDP

Zum Winzer

Spätburgunder 100%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2048
seidig & aromatisch
saftig
strukturiert
Lobenberg: 96/100
Suckling: 95/100
Deutschland, Pfalz
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Spätburgunder Leistadter Kalkofen Erste Lage 2023

96
/100

Der Leistadter Kalkofen ist hoch gelegen, direkt angrenzend an den Pfälzer Wald. Quasi eine »wilde« Lage, die nie flurbereinigt wurde. Die Reben stehen hier auf kleinstparzelliertem Terrain, durchzogen von schroffen Kalksteinen, mit dunkleren Böden und hohem Tonanteil. Eng bestockt mit französischen Klonen. 2023 komplett entrappt, ohne pumpen in große Holzgärbottiche (Cuves) worin spontan vergoren wird. Zarte Extraktion. Anschließender Ausbau im Barrique, teils in neuen, teils in ein- bis zweijährigen Fässern. Ende Mai 2025 unfiltriert abgefüllt. Im Vergleich zum Steinacker, ist der Kalkofen immer der etwas charmantere Typ unter den Rings-Pinots. Nicht so karg und steinig, eher mehr auf der Frucht. Das kommt auch durch die etwas fetteren Böden. Wir haben hier nicht den puren Fels wie im Steinacker, sondern eben auch einen hohen Tonanteil. Häufig saftiger, druckvoller, konzentrierter. 2023 verleiht ihm allerdings eine besondere Leichtigkeit und Offenheit. Der Jahrgang war heiß und nass, fordernd wie 2006 – selektionsintensiv bis zum Schluss. Doch die Mühe hat sich ausgezahlt: Für mich persönlich ist das vielleicht der schönste Kalkofen bisher, weil er sicher schon jetzt so grandios präsentiert. In der Nase zunächst florale Noten von Veilchen, zarte Röstaromen, etwas Tabak, dann tiefdunkle Frucht: Schlehe, Brombeere, Holunder, etwas Blaubeere, ein Hauch Schattenmorelle. Kein lautes Kirschspiel, sondern eine saftige, warme aber nicht fette Frucht, von eleganter Würze und einem Hauch Unterholz umrahmt. Trotz diesem Druck in der Nase, haben wir hier keinen überaus expressiven Pinot, sondern einen, der durch seine perfekte Balance brilliert. Am Gaumen offenbart sich ein cremig-feiner Fluss, saftig und seidig, mit einer tänzelnden Frische. Dunkle Frucht durchzieht den Mittelgaumen: Brombeere, Sauerkirsche, Blaubeere, auch ein Anflug Zwetschge, getragen von einem mineralischen Kern mit salziger Ader. Die Tannine sind poliert, kaum spürbar, der Wein gleitet fein über die Zunge, bis sich zum Schluss doch noch einmal kalkiger Grip zeigt. Keine scharfe Mineralität, sondern ein kalkiger Druck, der sich wie ein tiefer Bass durch den Wein zieht. Das ist sehr fokussiert, sehr präzise und doch so charmant, so berührend offen. Der Kalkofen zeigt sich unglaublich feinsinnig und tief. Ein großartiger Pinot, der jetzt schon Freude macht, dabei aber noch lange reifen kann. Definitiv kein großer Lautsprecher – aber einer, der lange nachhallt. Ein feiner, leiser Riese.

Jahrgangsbericht

Der einzigartige Jahrgang 2023 gilt in Deutschland als spektakulärer Quantensprung voller Harmonie. Die Weine vermählen die dichte Textur warmer Jahre mit der rassigen Frische kühler Saisons. Das Ergebnis sind ungemein saftige Rieslinge mit glasklarem Terroircharakter und einem schier unendlichen Trinkfluss.

95
/100

Suckling über: Spätburgunder Leistadter Kalkofen Erste Lage

This youthful pinot noir has an exciting flinty, smoky and meaty nose. Concentrated and finely etched, this has a stunning tannin structure and great finesse. Very long, focused finish with fascinating chalky complexity. Limited production from densely planted vineyards with French massale selections. From organically grown grapes. Bottled unfiltered after 18 months of maturation in small oak barrels. Vegan. Drink or hold.

Mein Winzer

Rings

Seit 2008 sind die beiden jungen Brüder Steffen und Andreas Rings für das elterliche Weingut verantwortlich. Es folgte ein kometenhafter Aufstieg, ähnlich dem von Kai Schätzel, der 2015 in der VDP-Mitgliedschaft seinen zwischenzeitlichen Höhepunkt fand.

Spätburgunder Leistadter Kalkofen Erste Lage 2023