Lobenberg: Der Wein heißt eigentlich Hallgartener Rheinschiefer. Die Parzelle liegt in Hallgarten, das ist ca. 150m höher als Oestrich-Winkel. Insgesamt die klar kühlere Lage. Grundlage dieses Rheinschiefer sind natürlich Schieferböden. Auch ein wenig Löss. Auch wie der Jacobus nur 11.5% Alkohol, Säure um die 7g/l, Restzucker aber unter 2,1g/l. Der Wein ist wahrscheinlich auf Grund seiner kühleren und zehn Tage späteren zu lesenden Lage deutlich klarer und präziser als der auch schon famose Jacobus. Sehr fokussiert, sehr mittig, sehr geradlinig, schöne Zitrusaromatik, aber nicht exotisch ausgeprägt. Erst im Mund schlägt auch hier dieses unglaublich Potpourri an diversen Zitrusfrüchten zu. Gelbe Grapefruit zusammen mit einem leichten Orangenhauch, Mandarine, aber Limette und andere Zitrusfrüchte sind doch deutlich im Vordergrund. Auch Zitronengras, sehr puristisch, sehr geradeaus und alles extrem ausgeprägt und intensiv. Zusammen mit dem minimalen, aber zusammen mit dem Extrakt doch spürbaren Restzucker ist auch dieser Wein überaus pikant. Der Jahrgang 2015 ist bei Kühn phänomenal ausgefallen. Wir haben hier die unglaubliche Stärke des 13er, die tolle Pikanz des 13er in Verbindung mit einer etwas größeren Harmonie und einem Hauch mehr Exotik und Trinkigkeit. Perfekter kleiner Wein für jeden Tag. Lang, intensiv, ausdrucksstark, strahlend und brillant. Im Finale entwickelt er dann doch auch zusätzlich – und das passt sicherlich auch zum Jahrgang – eine sehr spannende, leckere, charmante Fülle und ziemlich viel Druck, sodass es am Ende doch schon ein der Jahrgangserwartung entsprechender, druckvoller und auch mächtiger Wein wird, was aber für einen reinen Ortswein eine Dimension darstellt, wie man sie sonst eher nicht gewohnt ist. Es ist ein wunderbarer Rheinschiefer. Auch einer der besten Weine, den ich bisher in diesem Preisbereich getrunken habe. 94+/100