Remelluri – Telmo Rodriguez: Yjar 2021

Remelluri – Telmo Rodriguez: Yjar 2021

BIO

Holzkiste

Zum Winzer

Tempranillo 40%, Garnacha 30%, diverse autochthone Reben 20%, Graciano 10%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2065
Verpackt in: 3er OHK
seidig & aromatisch
tanninreich
voluminös & kräftig
Lobenberg: 100/100
Parker: 98/100
Suckling: 100/100
Jane Anson: 100/100
Spanien, Rioja
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Yjar 2021

100
/100

Lobenberg: Die besondere Einzellage »Yjar« besteht aus dem zentralen, reinen Kalksteinplateau mitten im Weingut Remelluri, zwischen der Kapelle und dem Friedhof des Weinguts. Aufgrund der besonderen Art dieses begrenzten Einzellagen-Terroirs war der Wein nie Bestandteil des normalen Remelluri, reiner Kalkstein ist eben ganz eigen in der Finesse. Eine separate reine Einzellage mit etwas Lehm-Sand-Auflage. 3,8 Hektar kalkig alkalischer Boden mit uraltem Buschwein in Hochlagen von 600 bis 800 Höhenmetern ist vor 50-60 Jahren als gemischter Satz aus Tempranillo, Graciano, Garnacha, Granegro und Rojal angelegt worden. Diese Einzellage hat mit Remelluri im Grunde wenig zu tun und ist überhaupt nicht vergleichbar mit dem Remelluri Reserva Classico oder dem Topwein »Grand Vin« des Hauses. Es gibt jährlich etwa 8.000 bis 10.000 Flaschen aus ultra kleinen Erträgen. Biologische Weinbergsarbeit. Ein Team der erfahrensten Winzer geht während der Lese durch die Weinberge und holt die Trauben der besten Reben, wie erwähnt eben ein gemischter Satz aus zum Teil unterschiedlichen Reifezuständen ein. Diese Trauben liefern ein besonderes Charaktermerkmal, im Grunde das Gleiche, was Telmo Rodriguez aus seinem Las Beatas in der Moderne vorexerziert hat. Die Ernte wird als Ganztrauben, also mitsamt der Stiele, vorsichtig mit Füßen getreten, zum Teil auch gepresst, danach ohne Rappen spontan vergoren, der Ausbau geschieht in überwiegend gebrauchten Barriques, Tonneaux und Foudres. Die Intensität und vor allem die Eleganz ist so viel höher als im La Granja, aber auch etwas wilder und mit Absicht unzivilisierter, das macht den Wein so aufregend und spannend. Yjar wurde das erste Mal 2017 als Einzellagen Wein gemacht. 2021 ist hier in Rioja ein absolut legendärer Jahrgang! Der Wein steht in mittlerem, leuchtendem Rubinrot mit etwas Violett im Glas. Die Nase ist im ersten Moment von puristischer, vibrierend klarer Frucht geprägt: Reife Schwarzkirschen, Brombeeren und schwarze Johannisbeeren, Hibiskus auch getrocknete Blaubeerschalen. Im nächsten Moment explodiert er geradezu in seiner Vielschichtigkeit. Hammer! Viele verführerische erdige Aromen wie Trüffel, Kakao, warmes Kerzenwachs, süßer Tabak, schwarzer Pfeffer, etwas Vanille, süße braune Gewürze und ein Hauch würzig-süßer Balsamico. Mineralisch läuft der Stoff auf zerschlagenem Stein und Granit in Reinform. Im Mund baut der Yjar 2021 eine gnadenlose Spannung auf der Zunge auf. Geschliffene, seidige, feine Tannine. Frische, perfekt reife Sauerkirsche und Cassis mit harmonischer Säure, die an rote und schwarze Johannisbeeren erinnert. Das Spiel der vielschichtigen Würze auf der Zunge ist atemberaubend: Etwas Piment, langer Pfeffer, weißer Pfeffer und ein ganz kleiner Hauch Chilli. Der Holzausbau ist perfekt integriert. Mind blowing! So eine wunderbare Verführung. Vielleicht doch eher sogar Pomerol als Saint Emilion, irgendwo zwischen Clinet und Trotanoy. Auf jeden Fall ein unglaublicher Wein und viel verspielter und finessereicher als jeder andere Wein von Remelluri oder gar Tondonia. Weder old-fashioned noch totale Moderne, aber wenig Holz und mehr Frucht und Finesse. Etwas Ygay Gran Reserva mit Pomerol-Einflüssen. Ein Meilenstein der Feinheit in der Rioja und ein Wein, dessen Komplexität und famoses Spiel mit der Frische schlichtweg atemberaubend ist. Habe ich schon mal besseren jungen Rioja probiert? Das schlägt in meiner Empfindung sogar Telmos Las Beatas ider Artadis Pison. Schlichte Perfektion!

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

98
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Parker über: Yjar

-- Parker: The finest Yjar to date has to be the 2021 Yjar. It's super elegant and aromatic and has more finesse than the Gran Vino, subtler, nuanced and insinuating. It's seamless and balanced, very harmonious, with ripeness, concentration and power but very elegant. It fermented in small oak vats and matured in foudres and barrels of different sizes for 30 months. It has a seamless palate with very elegant and fine tannins, the 2021 signature and very good freshness too. 10,500 bottles produced. It was bottled in May 2024.

100
/100

Suckling über: Yjar

-- Suckling: Crushed dark berries are complemented by violets and underbrush with a gentle touch of tobacco. The sophisticated palate shows exceptional definition and polished tannins that are seamlessly integrated into a core of vibrant, restrained fruit. It’s all held together by a linear freshness characteristic of the vintage. This wine has depth, persistence and an incredibly stylish profile. Firm yet with an underlying tenderness. Beautiful now but will continue to evolve. Drink or hold.

100
/100

Jane Anson über: Yjar

-- Jane Anson: An excellent vintage in Rioja, and the promise of Yjar is delivering a totally knockout wine here. Impossible not to smile when tasting this, so much energy and precision, savoury, mouthwatering redcurrant, cranberry, blueberry fruits, with waves of dried herbs, lavender, and crushed rose petals. Juicy, moreish, building in power across the palate. Tasted at the estate and again in Bordeaux. Telmo Rodriguez winemaker of this 3.8ha plot set within his family Remelluri estate in the foothills of the Sierra de Toloño in Rioja Alavesa. Harvest October 14 to 24, fermentation with native yeasts, open top wooden vats.

Mein Winzer

Remelluri – Telmo Rodriguez

Schöner als die Granja Remelluri am Fuße der Sierra de Tolono kann ein Weingut nicht liegen. Das Anwesen befand sich einige Jahrhunderte im Besitz eines Klosters, bevor der Baske Jaime Rodriguez Salis das Gut 1968 erwarb.

Yjar 2021