Lobenberg: Der neue Weißburgunder aus der »Alte Reben«-Linie ist der elegante Gegenpol zum Chardonnay – subtiler im Holz, floraler im Duft, aber mit ebenso erstaunlicher Spannung. Die Reben sind etwa 30 Jahre alt und stehen auf vulkanischem Gestein, was dem Wein sofort diesen leicht rauchigen, steinig-salzigen Touch verleiht. Der Ausbau erfolgt wie beim Chardonnay im großen Holz und im Tonneau, jedoch deutlich zurückhaltender im Holzeinsatz, was der Sortentypizität viel Raum gibt.In der Nase zeigt sich der Wein zarter, luftiger, geradezu schwebend: feine Blütennoten, ein kühler, weißer Pfirsichduft, ein Hauch Birne und frische Walnuss. Leicht cremig im Hintergrund, aber niemals breit. Ein ganz dezenter Anflug Rauch und Steinmehl erinnert an das vulkanische Gestein – subtil, elegant, fast tänzelnd. Mit mehr Luft treten helle Kräuter hinzu, etwas Zitronenbalsam, Lindenblüte, ein Hauch weiße Mandeln. Am Gaumen deutlich saftiger als der Chardonnay, nicht ganz so texturgeprägt, aber dafür bestechend klar, frisch und druckvoll. Weißer Pfirsich und Birne leiten den ersten Eindruck ein, dann kommt eine salzige, vibrierende Mineralitätsader, die den Wein herrlich strafft. Die Säure ist feingliedrig, völlig unaufgeregt, aber präzise genug, um Spannung aufzubauen. Ein leichter Schmelz trägt das Mundgefühl – weniger burgundische Cremigkeit, dafür mehr Saft und Trinkfluss. Die vulkanische Herkunft zeigt sich im Finish: salzig-steinig, würzig, mit einem feinen, nussigen Nachhall. Im Abgang erstaunlich lang, elegant und subtil mineralisch, mit einer kühlen, weißen Frucht und einem Hauch Zitrusabrieb. Ein brillanter, ungewöhnlich druckvoller Weißburgunder mit Salzigkeit und Finesse – weniger laut als der Chardonnay, dafür mindestens ebenso charaktervoll. Ein weiterer großer Wurf aus der neuen »Alte Reben«-Serie.