Pegaso Vinas Viejas – Telmo Rodriguez: Barrancos de Pizarra Sierra de Gredos Garnacha 2022

Pegaso Vinas Viejas – Telmo Rodriguez: Barrancos de Pizarra Sierra de Gredos Garnacha 2022

Zum Winzer

Garnacha 100%
rot, trocken
15,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2044
fruchtbetont
voluminös & kräftig
tanninreich
Lobenberg: 96–97/100
Parker: 95+/100
Suckling: 93/100
Spanien, Madrid, Sierra de Gredos
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barrancos de Pizarra Sierra de Gredos Garnacha 2022

96–97
/100

Commando G und die New Kids on the Block geben Vollgas in Gredos. Das pusht auch den Altmeister Telmo Rodriguez zu immer neuen Höhenflügen. Der auf Schiefer stehende Pizarra ist von der Gesamtstruktur rustikal, massiv, drückend und dunkelfruchtig. Konzentrierte Walderdbeere mit etwas Sauerkirsche. Dazu Lakritze, aber fein bleibend, ein bisschen Unterholz und Garriguewürze. Die Frucht sprengt den Mund, so pikant mit diesem leichten Hauch von Rappen darunter! Garrigue-artig – an Languedoc erinnernd. Und trotzdem mit einer Feinheit roter Frucht auf der Zungenspitze. Hervorragend balanciert. Der Pizarra hat eine famose Länge – immer wieder rollen Salz und viel rote Frucht hoch, jetzt haben wir rote Kirsche im Finale. Das ist einfach ein extremes Leckerli! Ein Zechwein der Oberklasse. Man wird immer wieder eine weitere Flasche aus dem Keller holen, wenn man mit Freuden zusammensitzt, weil es einfach eine so große Trinkfreude ist, weil die Konzentration einen nie erschlägt, sondern der feine Trinkfluss und die Saftigkeit immer im Vordergrund bleiben. Extrem schick! *** Auch dieser Wein wächst in Gredos, aber die Buschreben stehen auf braunem Schiefergestein (Mangan im Boden) in Steillage auf 800 bis 1000 Metern Höhe. Sie sind bis zu 100 Jahre alt. Die Trauben werden fast komplett entrappt, die Maische spontan im Stahl und in Amphoren vergoren. Der Wein wird im gebrauchten Tonneau ausgebaut. Vom Pizarra gibt es nur 3.000 Flaschen.

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

95+
/100

Parker über: Barrancos de Pizarra Sierra de Gredos Garnacha

It seems like the warm year worked well with the slate soils, and the 2022 Pegaso Barrancos de Pizarra feels extremely elegant and balanced within the showy style of the year. It reflects the warm and dry conditions with 15% alcohol, a pH of 3.36 and 5.85 grams of acidity. The grapes come from vines 80-plus years old at 800 to 1,000 meters above sea level on slate soils ('pizarra' is the Spanish word for 'slate'). It fermented in oak vats, stainless steel and clay tinajas and matured in 500- and 600-liter French oak barrels for 24 months. 6,000 bottles produced. It was bottled in June 2024.

93
/100

Suckling über: Barrancos de Pizarra Sierra de Gredos Garnacha

Sweet spices, strawberries, red cherries, minerals and grapefruit on the nose. Dusty tannins grow on the palate, with a long, ferric finish. Still tight. Drink or hold.

Mein Winzer

Pegaso Vinas Viejas – Telmo Rodriguez

Ein Weingut im Dorf Ceberos, in der Provinz Avillar, im Süden von Castilla y Leon, nicht sehr weit von Madrid entfernt. Genau an dem Punkt, so sagt der spanische Volksmund, an dem der Norden vom Süden getrennt wird.

Barrancos de Pizarra Sierra de Gredos Garnacha 2022