Nur 0,9 Hektar auf Meereshöhe. Reiner Sandboden unterhalb von Miraflores. Zu 100 Prozent mit Moscatel bepflanzt, 40 Jahre alte Reben. Der Wein wird klassisch als trocken ausgebaut. Das ist ein sehr erstaunlicher Wein! Es ist Moscatel, aber längst nicht so kitschig und aromatisch, wie Moscatel häufig sein kann. Er hat eine sehr feine Aromatik, sehr floral bis hin zu Flieder. Hochintensiv und parfümiert, ohne dabei schwer zu sein. Keine exotische Süße, sondern eine extrem feine Fruchtsüße. Wow, was für ein schickes Ereignis in der Nase! Im Mund entwickelt er erstaunlich viel Druck. Auch hier ist es weit weg von klassischem Moscatel. Sogar etwas tannic – viel Druck entwickelnd, viel Schub mit Länge und Salz bei hoher Aromatik. Trotzdem ist er knochentrocken. Der leicht erhöhte Alkoholgehalt steht im gut, das gibt ihm eine gute Dichte im Mund. Schicker Wein, perfekt zum Solo-Genuss! Im Nachhall wieder viel gelbe Frucht mit feiner Süße aus Mango, aber nicht fett und hochsüß, sondern eher zart daherkommend. Auch ein Hauch Sanddorn mit Salz. Eine tolle Säure zeigend, sehr frisch. Der Wein macht echt Freude!
2024 startete mit viel Wasser ins Jahr, hervorragende Auffüllung aller Speicher. Das Frühjahr brachte immer noch Regen und manchmal Kühle, Verrieselung der Blüte und Kampf gegen Pilze. Das bedeutet insgesamt geringer Ertrag. Ein moderater Sommer war perfekt für ein frisches Ergebnis, im Spätsommer und Herbst folgten einige Regenfälle. Wer vor der zweiten Oktoberwoche mit den schweren Regenfällen alles gelesen hatte (ALLE Topwinzer lesen inzwischen spätestens Anfang Oktober) hatte ein superbes Ergebnis. Rassige, frische Weine wie 2021, Cool Climate, vibrierende Rotweine und aufregende Weißweine. 2024 ist bei den besten Winzern Spaniens ein großes Jahr wie 2021. Schlanker und kühler als das opulentere 2023, reifer und zugleich frischer als das überheiße und blockierte 2022, aufregender und vibrierender als 2018 bis 2020. In der Klasse sicher so groß wie 2016 und 2019, eher noch etwas spannender und schicker, wie gesagt mit sehr viel Parallelen zu 2021.