Markus Molitor: Riesling Scharzhofberger *** weiße Kapsel Qualitätswein 2021

Markus Molitor: Riesling Scharzhofberger *** weiße Kapsel Qualitätswein 2021

Limitiert

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2061
frische Säure
mineralisch
Lobenberg: 100/100
Parker: 98/100
Galloni: 98/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Scharzhofberger *** weiße Kapsel Qualitätswein 2021

100
/100

Markus Molitor bewirtschaftet seit dem Jahrgang 2021 eine winzige Parzelle in dieser berühmtesten Lage der Saar, nicht ganz ein Drittel Hektar. Legendär durch Egon Müllers Süßweine, aber dass auch große trockene Weine hier möglich sind, beweist neben Van Volxem nun auch Molitor. Die weiße Kapsel wird nur in kleinster Auflage erzeugt. Es ist das Ergebnis einer makellosen, fast manischen Beerenselektion. Da der Jahrgang an sich eher kühl, schlank und fein war und der Scharzhofberg noch dazu eine sehr kühle Lage ist, haben es nur die besten, vollreifen, goldgelben Beeren aus mehrfacher Lese und Selektion in Markus' Auswahl für die weiße Kapsel gebracht. Der Wein ist, wie Molitors andere Paradestücke, der Prälat und der Doctor, ultramineralisch, duftet und schmeckt nach hochkonzentriertem Feuerstein mit intensiver, hochverdichteter Frucht von Limette und grüner Aprikose. Der Scharzhofberg ist unique in seinem Ausdruck, die Lage unverkennbar in ihrer rauchigen Kühle. Nun hat Markus eigentlich alle Legenden der Mosel in seinem Portfolio, vielleicht fehlt noch der Calmont, aber an dieses Trio Infernal käme er wohl ohnehin nicht ran. Rien ne va plus. Ein atemberaubender Einstand! 100/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

98
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Parker über: Riesling Scharzhofberger *** weiße Kapsel Qualitätswein

Based on three or four pickings and strictly selected like for a Trockenbeerenauslese, the 2021 Riesling Scharzhofberger (White Capsule) opens with a fascinating, pure, fresh and intense, ethereal or aerial nose with a concentrated core of ripe, even yellow fruits but also the merciless mineral expression of the Scharzhofberg. Round, refined and highly elegant on the palate, this is a powerful and very dense, super complex and concentrated, enormously saline and finely tannic Scharzhofberger with a long, intense and again powerful, still slightly bitter finish with tonic lemon juice notes on the aftertaste. It's a terrific dry Scharzhofberger that is sold as Qualitätswein without Prädikat Auslese because the vintage didn't develop the power and intensity Markus is aiming for. 12.5% stated alcohol. Natural cork. Tasted at the domaine in May 2023. 98/100

98
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Galloni über: Riesling Scharzhofberger *** weiße Kapsel Qualitätswein

The 2021 Riesling Scharzhofberger *** White Capsule opens with a veil of smoky lemon, tender, pure and slaty. The palate vibrates with citrus and finesse. It dances and pirouettes on tip-toe yet is anchored in rock. A vivid thread of acidity that is all about luminosity brings absolute lightness and depth to a head. It is a contradiction that something so tender can be so profound, so concentrated. Extraordinary, long, supremely fine and elegant. Eternal. (Bone-dry) 98/100

Mein Winzer

Markus Molitor

Als der blutjunge Markus Molitor 1984 mit 20 Jahren das Weingut an der Mosel vom Vater übernahm, fing er praktisch bei Null an; ohne jede eigene Anbaufläche. Also harte Maloche auf gepachtetem Rebland.

Riesling Scharzhofberger *** weiße Kapsel Qualitätswein 2021