Der Wein stammt aus einer gepachteten Rebfläche, die aber seit Jahren von Molitors Team bewirtschaftet wird. Beim Klostergarten *** dominiert von Beginn an die rote Frucht, auch in der Nase. Die Schiefrigkeit ist da, die dunkle Würze ist da, aber wir haben auch diese wunderbare, fast unsüße Waldhimbeere und Walderdbeere, süße rote Kirsche, schwarze Kirsche. Dann diese ziemlich ausgeprägte Schieferwürze aus Brauneberg. Im Mund übernimmt diese reife, rote Herzkirsche sofort das Kommando. Schwarzkirsche ist zwar vorhanden, aber ist im Hintergrund, und sie kabbelt sich mit dem Schiefer nur als Unterlage für diese vordergründige, schöne rote Frucht. Man vernimmt auch einen Hauch Rhabarber. Diese leichte Krautwürzigkeit, die den Wein so fein ausbalanciert, ist den Rappen geschuldet. Ein Wein, der reif und kirschig voll ist und gleichzeitig doch so zart, lang, mit einer fantastischen Säurestruktur. Das ist so fein, so geschliffen, und trotzdem so schön in der Frucht. Das ist ein Marquis d‘Angerville Taillepieds. Der Wein bleibt Minuten stehen, immer wieder kommt diese salzige rote Kirsche. Ein Hauch unsüße Waldhimbeere unterlegt alles. Ein leichter Cabernet Franc Touch scheint durch, die Rappen und der Schieferboden bringen diesen Ton und bilden die Unterlage. Feine Blumigkeit, ein Hauch süßer Rosenblätter, aber eher duftige Wiesenblumen. Gepaart mit dieser schiefrigen Würze und dem rauchigen Holz, was auch auf etwas neues kleines Holz schließen lässt. Das ist ganz wunderbarer, verträumter Stoff. Aber in seiner Art fast schon zu zart, um ihn zu kräftigem Essen zu kombinieren. Dieser Dreistern-Wein ist ein Solitär und wird am besten allein genossen. Nach dreiminütiger Pause in der Verkostung ist der Wein immer noch da.