Markus Molitor: Pinot Noir Brauneberger Klostergarten *** 2022

Markus Molitor: Pinot Noir Brauneberger Klostergarten *** 2022

Zum Winzer

Pinot Noir 100%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2053
pikant & würzig
seidig & aromatisch
strukturiert
Lobenberg: 99–100/100
Parker: 96/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pinot Noir Brauneberger Klostergarten *** 2022

99–100
/100

Der Wein stammt aus einer gepachteten Rebfläche, die aber seit Jahren von Molitors Team bewirtschaftet wird. Beim Klostergarten *** dominiert von Beginn an die rote Frucht, auch in der Nase. Die Schiefrigkeit ist da, die dunkle Würze ist da, aber wir haben auch diese wunderbare, fast unsüße Waldhimbeere und Walderdbeere, süße rote Kirsche, schwarze Kirsche. Dann diese ziemlich ausgeprägte Schieferwürze aus Brauneberg. Im Mund übernimmt diese reife, rote Herzkirsche sofort das Kommando. Schwarzkirsche ist zwar vorhanden, aber ist im Hintergrund, und sie kabbelt sich mit dem Schiefer nur als Unterlage für diese vordergründige, schöne rote Frucht. Man vernimmt auch einen Hauch Rhabarber. Diese leichte Krautwürzigkeit, die den Wein so fein ausbalanciert, ist den Rappen geschuldet. Ein Wein, der reif und kirschig voll ist und gleichzeitig doch so zart, lang, mit einer fantastischen Säurestruktur. Das ist so fein, so geschliffen, und trotzdem so schön in der Frucht. Das ist ein Marquis d‘Angerville Taillepieds. Der Wein bleibt Minuten stehen, immer wieder kommt diese salzige rote Kirsche. Ein Hauch unsüße Waldhimbeere unterlegt alles. Ein leichter Cabernet Franc Touch scheint durch, die Rappen und der Schieferboden bringen diesen Ton und bilden die Unterlage. Feine Blumigkeit, ein Hauch süßer Rosenblätter, aber eher duftige Wiesenblumen. Gepaart mit dieser schiefrigen Würze und dem rauchigen Holz, was auch auf etwas neues kleines Holz schließen lässt. Das ist ganz wunderbarer, verträumter Stoff. Aber in seiner Art fast schon zu zart, um ihn zu kräftigem Essen zu kombinieren. Dieser Dreistern-Wein ist ein Solitär und wird am besten allein genossen. Nach dreiminütiger Pause in der Verkostung ist der Wein immer noch da.

Jahrgangsbericht

Der paradoxe Extrem-Jahrgang 2022 präsentiert sich in Deutschland überraschend elegant, zugänglich und fein. Abseits jeder Hitze-Üppigkeit bestechen die Top-Weine mit reifem Säurespiel, klarer Terroir-Zeichnung und tänzerischer Brillanz – ein extrem selektiver, aber in der Spitze historisch großer Erfolg.

96
/100

Parker über: Pinot Noir Brauneberger Klostergarten ***

Molitor's 2022 Pinot Noir Brauneberger Klostergarten *** is a beauty of the vintage. It's surprisingly deep, pure and flinty on the rather cool nose with great depth but also peppery notes. Still a little reductive but all the more refreshing, the bouquet is intense and provided with ripe sour cherry and red berry aromas as well as some toasty notes. Velvety textured, smooth, round and elegant on the palate, this a full-bodied, intense, enormously saline, very long and complex yet still very young and nervy/slaty Pinot with a dry, clear, palate-cleansing yet also mouthwatering finish that is marked by clean, spicy and very fine tannins. This is very promising. 13.5% stated alcohol. Natural cork. Tasted at the domaine from AP 165 24 in January 2026.

Mein Winzer

Markus Molitor

Als der blutjunge Markus Molitor 1984 mit 20 Jahren das Weingut an der Mosel vom Vater übernahm, fing er praktisch bei Null an; ohne jede eigene Anbaufläche. Also harte Maloche auf gepachtetem Rebland.

Pinot Noir Brauneberger Klostergarten *** 2022