Prellenkirchen und der Spitzerberg sind ja eigentlich für Blaufränkisch berühmt – doch hier stehen auch über 55 Jahre alte Weißburgunder-Reben, von denen dieser Ortswein stammt. In den sandig-kalkigen Lagen Kranzen und Obere Roterd wurzeln sie tief im kargen, schnell erwärmbaren Boden, der Frische, Feinheit und salzige Spannung gleichermaßen mitbringt. In der Nase zeigt der Weißburgunder sofort seine feine, helle Aromatik: frische Birne, gelber Apfel, grüne Mandel und Walnuss, ein Hauch weißer Pfirsich, dazu reife Limette, leichte Exotik und kühle Wiesenkräuter. Ein zarter floraler Touch schwebt über allem, während kalkige und leicht salzige Noten die Herkunft vom Spitzerberg andeuten. Am Gaumen unheimlich saftig, rund und dennoch straff. Die alten Reben mit ihren kleinen Beeren sorgen für Substanz und Tiefe, ohne dem Wein Schwere zu geben. Ein süßlicher Eindruck von Weinbergpfirsich und eine zupackende, aber wunderbar fein gewobene Säure bilden das Zentrum. Dazu kommt eine kalkige, fast kreidige Textur. Die Struktur ist bemerkenswert: elegant, geschmeidig, mit ganz feinen Tanninen, die dem Weißburgunder Länge und Kontur verleihen. Der Abgang ist aromatisch, leicht salzig und getragen von reifer Zitrone, wieder Birne und eben Kräuterfrische. Alles total klar. Der Prellenkirchen Weißburgunder ist ein kleiner Geheimtipp im Sortiment von Markowitsch: ein Wein mit Tiefe, mineralischem Rückgrat und erstaunlicher Persönlichkeit. Spitzerberg-Charakter in weiß.