Die Ried Rosenberg ist neben dem M1 die zweite große Cuvée des Hauses – und für viele der Wein, der mit am eindrucksvollsten zeigt, wie Gerhard Markowitsch Kraft, Struktur und Eleganz verbindet. Stilistisch ist er der Schritt vor dem M1: etwas weniger monumental, weniger dunkel und konzentriert, dafür kühler, rotfruchtiger und unglaublich balanciert. Die Lage liegt auf 225–250 Metern Seehöhe, von Wald umgeben und dadurch leicht gekühlt. Unter den Reben treffen Urmeer-Sedimente, Kalk, Lehm, Sand und eine Schicht aus Donauschotter aufeinander. Im oberen Hangteil karg und steinig (Heimat von Merlot und Blaufränkisch), weiter unten, in den Zweigelt-Parzellen, tiefgründiger und lehmiger. Diese Bodenvielfalt ist der Grund, weshalb der Rosenberg immer eine Cuvée ist – sie bildet den präzisesten, authentischsten Ausdruck dieser Lage. Die Nase zeigt sich kühl, elegant und vielschichtig: Sauerkirsche, rote Waldbeeren, ein Hauch Preiselbeere, dazu Backgewürze, Zigarrenkiste, dunkler Kakao und mediterrane Kräunternoten. Auch ein bisschen Espresso und gedörrte Zitrusfrüchte schimmern im Hintergrund – komplex, aber nie laut. Am Gaumen präsentiert sich der Rosenberg saftig, klar und strukturiert, mit einer seidig-weichen, aber druckvollen Textur. Die Tannine sind feinkörnig und engmaschig, tragen die Frucht ohne Härte, geben dem Wein aber Biss und Tiefe. Aromatisch dominiert die elegante rote Frucht: Sauerkirsche, Cranberry, Himbeeren, helle Cassis, begleitet von Kakao, feiner Würze und einer präzisen mineralischen Linie. Frucht und Struktur greifen perfekt ineinander, und der Wein bleibt trotz seiner Tiefe immer kühl und fokussiert. Weniger Wucht als der M1, aber nicht weniger Klasse – einfach eine andere, subtilere Form von Größe. Der Abgang ist lang, klar, leicht salzig, mit feinem Grip und einer eleganten, würzigen Nachhall. Für manche vielleicht ein Vorbote des M1, aber das ist eher ein eigenständiges Meisterstück.