Der Chardonnay Ried Schüttenberg ist sicherlich der charakterstärkste Weißwein von Markowitsch und überhaupt einer der schönsten Chardonnays Österreichs. Ein Wein, der Kraft, Mineralität und Eleganz aufs Feinste verbindet. Die Parzelle liegt im kühleren, waldnahen Westteil des Schüttenbergs, der höchsten Erhebung des Arbesthaler Hügellands auf 284 Metern. Mehr Kalk im Oberboden und deutlich frischere Morgen- und Abendtemperaturen sorgen hier für lange Reife ohne Überreife – perfekte Bedingungen für einen Chardonnay, der zugleich druckvoll und präzise bleibt. Ausbau für 12 Monate in gebrauchten Burgunder-Barriques. Schon in der Nase zeigt der Wein seine Spannung: eine feine, rauchige Reduktion von Feuerstein, nassem Kalk und einem Hauch Rauch. Dann folgen gelbe Birne, Mirabelle, weißer Pfirsich, dazu zarte Exotik von grünlicher Mango, alles nie vordergründig, immer elegant. Feine Noten von gerösteter Mandel, Haselnussschale, Vanille und ein Hauch Kräuterwürze unterlegen das Ganze mit Tiefe, ohne das Holz hervorzuschieben. Am Gaumen wirkt der Schüttenberg saftig, engmaschig und zugleich cremig, getragen von seiner Reife auf der Vollhefe. Die Textur ist präsent, aber straff; die Frucht klar definiert: weißer Pfirsich, reifer Apfel, Birnencreme, begleitet von Zitrusfrische und salziger Mineralität. Eine sehr feine phenolische Spannung zieht sich über den gesamten Gaumen und verleiht dem Wein Struktur und Länge. Im Mittelteil zeigt sich dann auch die stilistische Nähe zum südlichen Burgund: die Kombination aus Schmelz, Würze und breiter aromatischer Textur. Doch ebenso klar präsentiert der Wein seine Herkunft – die kühle Kontur, die drahtige Kalkmineralität, der salzige Grip im Finish: eindeutig Schüttenberg, eindeutig Carnuntum. Der Abgang ist lang, klar und steinig, mit Noten von Zitruszeste, Mandel, feiner Rauchigkeit und kühler Kräuterwürze. Ein großer Chardonnay mit Charakter und Zukunft – druckvoll, salzig, tief und beeindruckend eigenständig.