Prellenkirchen liegt ganz im Osten des Carnuntums, direkt am Fuß des Spitzerbergs, einem markanten Kalksockel, der seit jeher als Blaufränkisch-Hotspot gilt. Die sandig-kalkigen Böden der Lagen Blauenstein, Holzweingarten, Kranzen und Oberer Spitzer liefern genau jene Mischung aus Wärme, Durchlässigkeit und mineralischer Spannung, die diese Sorte liebt. Schon im Duft wirkt er kühl, klar und druckvoll: dunkle Waldbeeren, Sauerkirsche, Schwarze Johannisbeere und Schlehe, unterlegt von schwarzem Pfeffer, Kräutern, einer Spur Veilchen und feinem Holzeindruck. Ein Hauch Graphit und warmes Gestein verstärken den kalkigen Eindruck. Am Gaumen dann die typische Spitzerberg-Signatur: kraftvoll, aber nie schwer, präzise geführt, mit lebendiger, saftiger Säure und feinmaschigem, eng verwobenem Tannin. Die dunkle Frucht bleibt präsent, aber elegant – Sauerkirsche, schwarze Johannisbeere, etwas Holunder –, begleitet von subtiler Würze und einer kalkig-salzigen Unterlage, die alles strafft und in die Länge zieht. Der Wein wirkt seidig, frisch und kühl-mineralisch, ohne Härte, ohne Überextraktion. Der Ausbau in gebrauchten 500-Liter-Fässern verleiht Struktur, lässt aber die Frucht und den Boden vollständig sprechen. Im Abgang dann nochmal saftige Kirsche, Pfeffer, steinige Mineralität und ein zarter, fast rauchiger Kräuterton. Für einen Ortswein erstaunlich lang, klar und präzise. Ein Blaufränkisch mit schlanker Kraft, feiner Würze und pfeilgerader Mineralität – Prellenkirchen zeigt, wie elegant und druckvoll das Carnuntum am Spitzerberg sein kann.