Im 1er Cru Morgeot gibt es Pinot Noir und Chardonnay. Ein relativ großer 1er Cru. Die Domaine Marc Morey hat in der Parzelle Ez Crottes die Chardonnay-Trauben. In Morgeot hat der Boden richtig Dampf und das zeigen die Weine in der Regel auch, durch Intensität und grandiose Lagerfähigkeit. Es ist ein rötlicher, sehr eisen- und lehmreicher Boden, eher tiefgründig über dem Kalksteinfels. Es ergibt immer einen dichten Powerwein, immer ein gewisses Fett in der Mitte, schon bei 13% vol. sind die Weine wahnsinnig reich, laut Chefin Sabine. Daher hat sie sich mittlerweile entschlossen, die Lese nahezu immer im Morgeot zu beginnen, das war auch 2023 so. Am 6. September wurde die kleine Parzelle reingeholt, damit die maximale Frische stehenbleibt und wir nicht ins allzu Fette abdriften. Die Nase zeigt viel Grapefruit und weißen Pfeffer, auch Zitronenabrieb und ein zarter Hauch frische Butter. Auch ein bisschen etwas Rotbeeriges liegt darunter. Vor allem im Mund spürt man diesen neuen Weg von Morey, denn hier kickt schön das schlanke Salz rein, zieht und zieht. Es ist sicher kein fetter Morgeot mehr, davon gibt es ja zuhauf. Es ist ohnehin eine winzige Produktion und es trifft sicher nicht jedermanns Geschmack, wenn man einen klassischen, dichten und üppigen Morgeot erwartet. Mir gefällt diese salzig-schlankere Variante auf jeden Fall besser. Er hat schon seine Kraft von den reifen und perfekt selektierten Trauben, aber eben keinen Deut zu viel.
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.