Luigi Baudana - G.D. Vajra: Barolo Baudana 2022

Luigi Baudana - G.D. Vajra: Barolo Baudana 2022

BIO

Zum Winzer

Nebbiolo 100%
rot, trocken
15,0% Vol.
Trinkreife: 2029–2050
saftig
pikant & würzig
strukturiert
Lobenberg: 97–98/100
Suckling: 96/100
Jeb Dunnuck: 96/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Baudana 2022

97–98
/100

Die Lage Baudana liegt direkt gegenüber von Cerretta, im gleichnamigen Weiler Baudana. Die Reben stehen komplett in West-Exposition. Der Boden besteht aus Mergel, also aus Ton und Kalkstein, dazu kommt auch ein wenig Muschelkalk. Baudana ist sehr viel feiner und gleichzeitig reifer als die gegenüberliegende Lage Cerretta. Alle Baudana-Weine aus Serralunga wurden am 5. Oktober 2022 gelesen. Dieser Barolo Baudana blieb 55 Tage lang durch die traditionell mit Holzbalken untergedrückte Maische (Capello Submerso) mit den Beerenschalen mazeriert. Anschließend wurde er wie alle anderen Baroli des Weinguts 22 Monate lang in großer slawonischer Eiche ausgebaut. Leuchtendes, mittleres Rubinrot. Sehr tiefe, dunkle, ätherisch würzige Nase mit vibrierender, knallroter Kirsche, schwebendem Teer, etwas Petrol, kalkigem, nassem Gestein, würziger Fleischbrühe, Blut, Lorbeerblatt, ein Hauch Nelken und verwobener brauner Würze, duftender ätherischer Orange, ein Touch verführerischer Schokoladen-Nusscreme, Kakaobohne und Kakaobutter. Eine wunderbar klassische Barolo-Nase, dabei ist dieser junge, komprimierte Wein momentan noch merklich kompakt und verhalten in der Nase während meiner Probe Ende Oktober 2025. Es ist ganz klar, dass dieser spannungsgeladene Stoff mit etwas mehr Flaschenreife noch auftrumpfen wird. Im Mund rollen viele griffig strukturierte Serralunga-Tannine über die Zunge und bleiben an den Seiten des Mundes und der Zunge kleben. Auch am Gaumen ist das ein monumentaler und beeindruckender Wein! Dunkle Frucht in Form von Schwarzkirschen, Heidelbeeren mit würzigem Nelkenpfeffer, Jod und mineralisch geladenem Eisen. Die intensive, steinige Mineralik wird von Minute zu Minute im Glas immer intensiver. Ein sehr definierter, beinahe »eckig« strukturierter Wein mit staubiger dunkler Schokolade und blauer Frucht im Nachhall. Erhaben und durchaus mächtig. Serralunga in Reinform!

Jahrgangsbericht

2022 war in ganz Europa ein von Hitze und Trockenheit geprägter Jahrgang. Im Piemont fiel bereits im Winter 2021 kaum Schnee, und es regnete lediglich im Mai und dann wieder im August in sehr kleinen Mengen, was ein wenig zur Erleichterung der Reben beitrug. Vom Austrieb bis zur Lese verlief die Wachstumsperiode ungefähr zwei bis drei Wochen früher als im Durchschnitt. Dieses Jahr war also von extremem Wetter gezeichnet, aber glücklicherweise war es sehr regelmäßig und konstant heiß und trocken – vom Austrieb bis zur Weinlese während des »Indian Summer« – und es gab keine Hitzespitzen. Da die Trockenheit nicht plötzlich eintrat, bildeten die Reben dementsprechend kleinere Blätter und weniger Trauben aus. Vielleicht kamen sie deshalb so erstaunlich gut mit diesen erschwerten Bedingungen klar, weil sie sich seit dem Frühling langsam an diese Situation »gewöhnen« konnten.2022 kann unmöglich generalisiert werden, und jeder Wein verdient es, einzeln betrachtet zu werden. Die etwas kühleren Höhenlagen im Piemont sind häufig auch von durchlässigeren Böden geprägt und dieses Jahr aufgrund der Trockenheit deshalb nicht automatisch besser. So sind 2022 ton- und lehmhaltige Böden mit besserem Wasserhaltevermögen deutlich vorteilhafter als sandigere. Die sonst »besten« Cru-Lagen zeichnen sich durch ihre besonders »perfekte« Ausrichtung zur Sonne und somit noch wärmeren Temperaturen aus. Auch das Alter der Reben und die Herangehensweise jedes Weinguts in den Weinbergen konnte einen entscheidenden Unterschied machen. Wurde durch sanftes Entblättern der Sonnenschutz gewährleistet und die Böden nicht unnötig durch Pflügen geöffnet, was zum stärkeren Verdunsten von Wasser führt, hatten es die Reben bedeutend leichter. Aufgrund der Trockenheit bestand kein Krankheitsdruck, es gab weder Pilzkrankheiten noch Fäulnis, was die Arbeit während der Wachstumsperiode auch erleichterte. In Summe brachten die berühmtesten Lagen 2022 nicht automatisch die besten Weine hervor, wohl aber die kühleren und lehmigeren Böden mit gutem Wasserspeicher der »alten« Terroirs aus Castiglione, Serralunga und Monforte d’Alba, teilweise auch Verduno. 2022 ist laut Aussage von Luca Currado-Vietti vom qualitativen Potenzial her riesig, im Ergebnis aber wegen zweier fehlender Regenschauer im August und September und zwei Grad zu hoher Spitzentemperatur haarscharf unterhalb eines Jahrhundertjahrgangs hängen geblieben. Die Winzer, die viel Zeit in die Weinberge investierten und zudem bereits vor oder bei der Lese gnadenlos aussortiert haben, brachten die beeindruckendsten Weine hervor. Was nicht perfekt oder gar vertrocknet war, gelangte gar nicht erst in den Gärtank. Im Durchschnitt bedeutet das 15 bis 40 Prozent kleine Erträge gesunder und konzentrierter Trauben. Im Keller musste aufgrund des höheren Verhältnisses von Traubenschalen zum Saft sanft extrahiert werden; der Ausbau erfolgte oft ein paar Monate kürzer als sonst und somit etwas reduktiver, um die Frische der Weine zu bewahren.Der Jahrgang 2022 hat einen wunderbaren »Überraschungseffekt«, denn wer überreife Weine erwartet hat, wird das Gegenteil im Glas finden! Die Trockenheit bremste. Aber seit im Jahrgang 2003 ebenfalls Hitze auf Trockenheit traf, haben die Winzer viel dazu gelernt. Was bereits bei den Bordeaux Primeur Proben des Jahrgangs 2022 deutlich wurde, stimmt auch im Piemont: In der Spitze kann 2022 enorm was! Die Weine sind so konzentriert wie 2017, aber mit deutlich mehr Frische ausgestattet. Aromatisch sind sie herrlich intensiv und bereit, eine unwiderstehliche Performance abzuliefern. Die Struktur der Tannine hängt dabei von den oben genannten Faktoren ab. Es gibt strukturiertere Weine, die aber durch ihre Fruchtbalance dennoch meist durchaus harmonisch sind. Ich versichere, dass mit Offenheit ausgestattete Nebbiolo-Liebhaber dieses Jahr mit der ein oder anderen Neuentdeckung belohnt werden, denn 2022 gibt es durchaus viele hervorragende und gar überragende Weine im Piemont, auch wenn 2021 sicher über alle Regionen gesehen harmonischer und gleichmäßiger in seiner Weltklasse rüberkam.

96
/100

Suckling über: Barolo Baudana

An incisive, compelling nose, showing wild berries, a touch of smoke and an equally vivid eucalyptus note. The deep palate has pronounced, integrated acidity and juicy yet delicate, transparent fruit so typical of the vintage. Balanced, focused tannins combine with freshness, adding further dimension. This needs a couple of years to come together. From vines planted in 1960. Better in 2028.

96
/100

Jeb Dunnuck über: Barolo Baudana

Pouring a jeweled ruby hue, the 2022 Barolo Baudana is beautifully perfumed with notes of framboise, violets, and fresh lavender. Medium-bodied, it carries remarkable energy across the palate, with an expanding mid-palate and refined tannins that reveal more structure with air. Balanced acidity and impressive persistence complete the wine. Drink 2027-2048.

Mein Winzer

Luigi Baudana by G.D. Vajra

Luigi Baudanas Vater starb, als er 14 Jahre alt war. Alt genug für die Arbeit, leider nicht alt genug um guten Wein zu machen. Luigi war aber entschlossen den Hof weiter zu betreiben, nichts wollte er verkaufen.

Barolo Baudana 2022