Dieser Nebbiolo ist auf der anderen Flussseite in Roero, in der Nähe der Hauptstadt Canale, gewachsen. Valmaggiore ist eine der berühmtesten Lagen hier für Nebbiolo. Die Weinbergsbearbeitung geschieht mit der gleichen extremen Aufmerksamkeit wie bei den Baroli von Sandrone. Auch hier erfolgt eine mehrfache grüne Lese und wir haben winzige Erträge unter 30 hl/Ha. Der Weinberg ist mit 34 Jahre alten Reben deutlich jünger als die Barolo-Lagen, so dass es hier zwischen neun- und zehntausend Weinstöcke pro Hektar gibt. Diese Dichtpflanzung zur Reduzierung des Ertrages jedes einzelnen Weinstocks ist »state of the art«. Die Böden in Roero sind sandig, im Gegensatz zu den lehmigen Kalksteinböden der Langhe für Barolo und Barbaresco. Auch dieser Wein wird zehn Tage mazeriert, danach aber in Stahl vergoren. Dieses Jahr etwas kürzer mit 12 Monate Ausbau ausschließlich im gebrauchten 500l Fass, im sogenannten Tonneau, somit also ein sanfterer Holz-Einfluss als für die Baroli des Weinguts. Es wird nie neues Holz für den Valmaggiore verwendet, sondern erst ab dem zweiten Durchgang. Valmaggiore ist eine extrem steile Amphitheater-Lage, sie sieht wirklich fast aus wie ein Mosel-Weinberg! Die Nase ist grandios und beeindruckend. Das ist ein Nebbiolo, der in einer höheren Liga spielt. Dieser Wein kam gerade erst auf den Markt. Leuchtendes mittleres Rubinrot. Saftige reife Erdbeeren und rote Kirschkonfitüre auf opulentem Potpourri. Die Frucht ist reif, schiebend und zugleich auch durch die gelben Noten von saftiger Nektarine und Orangenabrieb wunderbar einladend. Ein zarter Hauch Muskatnuss und Lorbeerblatt sowie duftende getrocknete Kräuter, ein dunkel brummender Hauch Weihrauch, etwas erfrischendes Menthol und dann wieder tänzelnde Veilchen. Wie immer hat der Valmaggiore zudem diese würzige, eisen- und kalksteinartige Mineralität. Im Mund schiebt er druckvoll – er ist schon zugänglich in all dieser wunderbar saftigen, opulenten Erdbeerfrucht und beinahe überwältigend saftiger roter Kirsche. Knackig erfrischende rote Johannisbeere verleiht dem Wein seine wunderbare Frische im Nachhall. Die Tannine sind geschliffen und zart, sie werden von der saftigen Frucht gekonnt umspült. Dieser Valmaggiore bleibt immer cremig im Nachhall mit dieser herrlich vielschichtigen und saftigen Aromatik. Sehr schicker, aromatischer Stoff, der offenherzige Trinkfreude liefert. Ein Wein mit Lecker-Gen!