Der legendäre Kellermeister von Louis Jadot, Frederic Barnier, ist ein Freund der unerschütterlichen Klassik. Sein Ausbau ist demnach seit Jahrzehnten gleich: ein Drittel neues Holz, sowie je ein Drittel Erst- und Zweitbelegung. Das ist die typische Rotation bei Jadot, die über eine eigene Tonnellerie für feinstes Holz verfügen. Ein Charmes-Chambertin, der seinem Namen alle Ehre macht. Mit fast mediterran anmutender Duftigkeit, rote Waldbeeren, Veilchen, süße Kirsche bis zum Abwinken. Enorme Intensität, dass man fast die Augen zusammenkneift, auch Pfirsich und süße Grapefruit. Rassig, geschliffen, aber so unendlich tänzelnd und verspielt dabei. Der ganze Mund wird von dieser süßfloralen Wucht eingelullt, seidig, cremig, dicht und aromatisch. Eine Schönheit, Eleganz und Druck äußerst nonchalant verpackt.
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.