Der Zweitwein, der keiner ist. Ganz eigene Parzellen in Biodynamie, auch alte Reben, nur etwas anderes Terroir und Exposition, immer feiner und charmanter als der Erstwein Latour selbst, etwas mehr Saint Julien als Pauillac. Chateau Latour liegt ja an der Grenze zu Saint Julien, und so erinnert mich Les Forts oft mehr an Ducru als an Latour. Sehr feine schwarze und rote Kirsche, elegant im Mund, tänzelnd, gut gewoben und wunderbare Harmonie zeigend. Super leckerer Stoff, unglaublich delikat und wunderschön zu trinken. Hedonismus aus Pauillac, teuer aber auch wunderschön. Der Wein zeigt Größe weil er die besten Eigenschaften Saint Juliens mit Pauillac verbindet und einen unendlichen Charme verströmt. Eigentlich DER ideale Chateau Latour für früheren Genuss und mit viel höherem Charmefaktor. 2016 ist für mich ganz sicher der beste je erzeugte Les Forts de Latour, er stellt viele Weine bis hoch zum 2eme Cru locker in den Schatten. Die innere Sperre und das Wissen um die Nichtklassifizierung dieses Weins hindern mich an eigentlich verdienten 98-100 Punkten. Quatsch eigentlich, aber die Schere im Kopf. Und vielleicht auch der Respekt vor Pichon Lalande und Pontet Canet.