L'Enclos de Peralba: Vi Fi de Masia Blanc 2022

L'Enclos de Peralba: Vi Fi de Masia Blanc 2022

Zum Winzer

Garnacha Blanca 40%, Xarello 35%, Malvasia 25%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2025–2034
fruchtbetont
mineralisch
voll & rund
Lobenberg: 94+/100
Galloni: 92/100
Spanien, Katalonien, Penedes
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Vi Fi de Masia Blanc 2022

94+
/100

Das ist der 'Farmhausblend'. Ein Blend aus verschiedenen Weinbergen und Reben. Alles organic. Zusammen als Ganztraube mit kurzer Standzeit gepresst und zusammen spontan vergoren. Extrem tiefer PH-Wert, also geniale Frische. Man meint in der Nase analytisch die drei Rebsorten unterscheiden zu können, zu ausgeprägt und spannungsgeladen ist die vor gelbem Steinobst vibrierende Xarello, aromatisch fein wie ein feiner Apfel kommt die weiße Grenache, und leicht bitter mit weißem Pfeffer und Gesteinsmehl die Malvasia. Der fast explosive Mund wird von Feuerstein und Steinobst dominiert, vibrierende Aprikosenkerne und etwas Bitterorange folgen. Voller Spannung und mit viel Dampf, fast etwas tannic. Salz und Orangenzesten laufen mit viel Feuerstein über die Zunge, geniale Frische und mineralisch fruchtige Länge, knochentrocken und aromatisch ausdrucksstark. *** Die heute federführenden Söhne der Besitzer des hochdekorierten Cavaerzeugers Gramona, Roc als Produktions- und Weinbergschef und Leo als kaufmännischer Leiter, haben die ihrer Ansicht nach besten Weinberge (unter 10 Hektar) schon vor fast 10 Jahren separiert und zu L'Enclos de Peralba in ein neues winziges Weingut überführt. Das Ziel war die qualitative Nummer 1 der Stillweine des Penedes zu werden. 2023 in Barcelona lernte ich dank Leo Gramona das Projekt ausführlich kennen. Mein 2024er Weingutsbesuch mit dem zuständigen Önologen und Weingutsleiter, dem italienischen Winzer Luca, führte mir eindrücklich diese erreichte Ausnahmestellung vor Augen. Dieses Kleinod ist eine Sensation. Ziel erreicht!

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

92
/100

Galloni über: Vi Fi de Masia Blanc

The 2022 Blanc Vi Fi is a blend of 40% Garnatxa Blanca, 35% Xarel·lo and 25% Malvasía de Sitges, sourced from Penedès. This yellow wine with a straw sheen features aromas of green apple and white flowers with a deep oak layer and nuanced complexity. Dry, rich and compact on the palate, it offers a chalky, refreshing mouthfeel that lingers with an enticing, lasting fruit finish. Pristine and flavorful.,,

Mein Winzer

L’Enclos de Peralba

Das Weingut L’Enclòs de Peralba wurde 2017 von Roc und Leo Gramona, zwei Cousins und zugleich die Söhne der sechsten Generation des legendären Schaumweinhauses Gramona, ins Leben gerufen. Ein Projekt, das die Wurzeln und Traditionen Penedès ehren soll. Ein Projekt, das die wilden und unbekümmerten...

Vi Fi de Masia Blanc 2022