Laurent Pataille ist der Bruder von Sylvain Pataille, der auch für das Winemaking der Domaine Sylvain Pataille mitverantwortlich ist. Daneben verfolgt Laurent seit 2010 auch sein eigenes Mikro-Projekt, auf nur einem einzigen Hektar Land, verteilt auf wenige Parzellen. Unglaublich! Entsprechend ultra-rar ist seine Produktion. Bis vor wenigen Jahren wurden nahezu 100 Prozent seiner Weine nur nach Japan exportiert, weil seine Ehefrau Japanerin ist. Er ist natürlich wie Sylvain in Marsannay und Fixin verhaftet, also dem äußersten Norden der Côte de Nuits. Wenn man die beiden Brüder kennenlernt, weiß man auch schnell, wie ihre Weine schmecken. Sylvain ist expressiv und laut, strotzt vor Energie. Laurent hingegen ist ruhiger, leiser und bedachter. Und genauso ist auch der Unterschied der Domaines, Laurents Handschrift ist hintersinniger und filigraner neben den sehr intensiven und krachenden Sylvain Patailles. Wie Sylvain arbeitet auch Laurent von Anfang an biologisch und biodynamisch, in 2020 hat er auch den Prozess der Zertifizierung begonnen. Laurent verwendet nur die alte Korbkelter seines Großvaters. Bei den Roten verwendet er je nach Jahrgang relativ hohe Ganztrauben-Anteile oder sogar 100 Prozent Ganztrauben, ein guter Teil wird aber angequetscht, damit die spontane Vergärung leichter startet. Vinifikation ohne Schwefelzugabe, die gibt es dann erst zum Abstich. Die Rotweine werden aus dem Fass unfiltriert abgefüllt. Das ist erst der zweite Jahrgang für Laurent Pataille in dieser Lage. Ganz feine Vinifikation, wie immer hohe Rappenanteile, mit den Füßen eingemaischt. Vergärung und Ausbau im gebrauchten Burgunder-Barrique von 228 Litern. Sehr feinduftige rote Frucht, darunter so wunderbare süße Würzigkeit, Kakaopulver, frischer Espresso, aber alles hauchfein und total pur und geschliffen. Dieser filigrane Stil von Sylvain Patailles Bruder ist wirklich einmalig. Die Weine sind weniger wild als Sylvains, aber dafür noch feiner, nur tanzend und schwebend, wirklich faszinierend. Die Tannine sind so hauchzart, dass man sie fast nicht spürt. Burgund trifft Jura, aber so reintönig und aromatisch, so saftig und beerig, ein Hochgenuss. Die Weine sind super zart, aber so voller Energie und Trinkfreude. Die Brüder Pataille halten 2023 sogar für besser als 2022, aber sie wissen, dass das sicher nicht überall zutrifft. Und ich verstehe auch, warum. Der 2023er ist köstlich saftig, die Tannine butterzart und schmelzend, dunkelrote Frucht mit großer Energie, Cranberry, Sauerkirsche, Cassis, warmer Asphalt. Mit feinem Grip, aber ohne jede Schwere. Einfach köstlich!