Alle Krug Grundweine werden in sehr alten, komplett neutralen Barriques Champenois vergoren, in denen sie dann rund drei Monate verbleiben. Es geht nur um die Oxidation, nie um Holzgeschmack. Danach werden sie Plot für Plot in kleine Edelstahlgebinde überführt für den weiteren Ausbau. Die Maison Krug hat dem Jahrgang 2013 den Titel »exalted citrus«, also erhabene Zitrusfrucht, gegeben. Der Vegetationsverlauf von 2013 war relativ kühl und insgesamt spätreifend, ein extrem klassisches Jahr im Kontext unserer modernen Jahrgänge heute. Krug 2013 ist eine faszinierende und bemerkenswert frische Assemblage aus Pinot Noir (41 Prozent), Chardonnay (38 Prozent) und Meunier (21 Prozent). Und wenn man das Zitrusthema bedenkt – und die Nase ins Glas hält, ist es umso erstaunlicher, dass wir hier nicht Chardonnay in der Mehrheit haben. Denn der Wein wirkt so kühl, rauchig und eben wie ein elegantes Zusammenspiel von saftigen Agrumen wie Grapefruit, Amalfizitrone, milde Yuzu und Zitronengras, sodass Chardonnay auf jeden Fall aromatisch den Takt vorgibt. Ganz hinten ist dann aber auch etwas Dunkleres zu finden, die typischen Salzkaramelle, Toffee, etwas schlanke Schwarzkirsche. Ein faszinierender, wahnsinnig zupackender Krug Vintage. Jeder, dem ich ihn eingeschenkt habe während und nach der Probe hat sofort die Augen aufgerissen und ein 'Wow!' rausgehauen. Das ist schon ziemlich scharfer Stoff dieser 2013, sehr steinig, für Krug fast karg im Mund, mit eleganter Säurefrische des kühlen Jahres 2013, das anfangs unterschätzt wurde, aber heute zu den besten Jahren überhaupt zählt. Parker und viele andere haben ihre Punkte teils nach oben korrigiert, weil sich 2013 bei den Besten so genial entwickelt. Es ist nicht so schmelzig und opulent wie viele 2012er Vintage, sondern zupackender, kristalliner und straffer. Der 2013 kommt mit wahnsinnig viel Mineralbiss und einer elektrisierenden Textur in den Mund. Sehr elegant, sehr fein, aber schon ziemlich aufregend und rassig. Das ist kein Krug für alle, sondern ein ziemliches Geschoss mit Dynamik und viel Salzigkeit. Ich empfehle weitere drei bis fünf, besser sogar acht Jahre Flaschenreife, um diese hohe Mineralität zu verdauen. Wer auf straffe Kracher steht, wird natürlich auch im Jungstadium seine größte Freude haben mit diesem grandiosen 2013er. Für mich ein Top-Release und nochmal klar besser als der auch überraschend starke 2011er zuvor. 2013 ist ein Bruder im Geiste von 2008.