Die Lese begann am 16. September bei Tardy, wie eigentlich bei allen in Vosne. Das Wetter lies es nicht zu länger zu warten. Die Ernte beträgt 2024 bei Tardy nur 50 Fässer, im Vorjahr waren es 120 Fässer, also schon massive Einbußen. Die sehr schlechte Blüte und der Mehltau waren die Hauptprobleme aufgrund der sehr regnerischen Witterung, aber Tardy hatte auch etwas Frost im Frühjahr. Seit dem Jahrgang 2023 hat Guillaume Tardy einen nagelneuen Entrapper, der die Trauben absolut nicht ankratzt. Somit geht er mit geschlossenen Trauben in die Spontangärung und stößt dann ein, zwei Mal unter, um den Zucker freizusetzen, das gibt dann einen satten Fruchtschub und noch purere Aromatik. Tardys Parzelle sitzt ziemlich mittig im flacheren Abschnitt des Echezeaux, wo der Grands-Echezeaux beginnt. Der Echezeaux wird in neuem Holz ausgebaut. Hier gehen wir also klar zur Struktur und zur Power, zum gewaltigen Druck. 85 Jahre alte Reben. Hier kommt all die Kraft, die man erwartet von einem Echezaux, dunkle Kirsche, Waldbeeren, Teer, Lavagestein, geröstete Kastanien, Pfeffer, so viel Schub, die Augen ziehen sich zusammen. Viel süße Tropenholzwürze vom neuen Holz, auch Zigarrenkiste, frischer Espresso. Die Säure kämpft mit dem überwältigenden Tannin, das so unglaublich feinkörnig ist. Früher war Tardys Echezeaux immer ein bisschen wuchtig, weil die Lage am Hangauslauf das auch hergibt. In den letzten Jahren ist er aber immer mehr zur Finesse gegangen. Was für ein energetischer, eleganter und saftig-feiner Ausdruck dieser Lage. Sehr straight mit viel schokoladiger Würze und Dichte, aber einer bezaubernden Leichtigkeit in der Frucht. Enorme Länge, Struktur, Dichte, der Wein braucht mindestens 10 Jahre, aber dann geht es rund. Er ist jetzt schon unglaublich fein, aber hat Kraft, dass er kaum laufen kann.