Seit 2020 hat der Tausendsassa JM Vincent das Experiment gestartet, er hat rund 3 Prozent Chardonnay in die Gärung des Beaurepaire Rouge dazu zu geben, um mehr Farbstabilität und Frische zu erhalten. Rund 70 Prozent Ganztrauben in der Gärung. Eine sehr sanfte Extraktion, sehr wenig unterstoßen, ungefähr drei bis vier Wochen, also schon eine lange, aber ganz zarte Mazeration. Herzkirsche und Sauerkirsche vereint, sehr hell und strahlend, sehr blumig, Rosenblätter und roter Tee. Süßer, konzentrierter Kirschmund mit sehr feiner Himbeere an den Seiten, zart und doch so druckvoll und intensiv. Für einen Santenay 1er Cru ist das ein atemberaubend hohes Niveau, aber es ist auch eine der besten Lagen der Gemeinde. Dennoch gibt es in Santenay keinen anderen, der so viel elegante Power rausholt wie JM Vincent. 95-96/100
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.