Hier ganz im Süden der Côte de Beaune war das Wetter zumindest etwas weniger harsch als an der Côte de Nuits, entsprechend ist die Ernte auch ein bisschen größer ausgefallen, vor allem bei den Weißen. Die Pinot Noirs waren dennoch durchaus betroffen und da hat JM Vincent auch teilweise abgestuft und deutlich weniger erzeugt. Das ist eben sein Qualitätsanspruch, wohl mit der höchste an der Côte de Beaune, das ist echt irre. JM Vincent erinnert es am ehesten an 2012 vom Witterungsverlauf, ebenfalls ein Jahrgang mit hohem Mehltaudruck. Ich bin wirklich erstaunt wie viel Dichte und Kraft der Jahrgang im Süden hier entwickelt hat, zumindest bei den Top-Winzern, die so brutal im Weinberg arbeiten – das war bei Bruno Lorenzon an der Chalonnaise auch so. JM Vincent presst extrem hart, er hat seine Presse so eingestellt, dass sie wie die alten Vasselinpressen läuft. Dadurch erhält er diese Dimension und Tiefe in der Struktur. Kühlerer Sommer, sehr regnerisch, man musste lange auf die Reife zuwarten. JM Vincent ist eher ein Freund der reiferen Chardonnayschule, er geht nie zu früh lesen. In der Nase denkt man fast an Riesling aus Österreich, er hat eine zitrische, aromatische Frische mit grünem Tee, weißer Mandel und grüner Mandarine, die im Mund immer dominanter wird. Im Les Beaurepaire gibt es nicht ganz so viel komplexe und reiche Aromatik wie bei Gravières, dafür hat er diese sehr salzige Qualität. Zieht salzig und sehr mittig durch in 2024, nur geradeaus, lang und länger werdend, dabei immer wieder aromatisch hochrollend mit Kiwi, Mandarine und Orangenschale. Er hat in seiner feuersteinigen Charakteristik immer einen Hauch von Chablis. 2024 ist ein geniales Jahr für die Weißweine.