Bei Millot bekommen die Weine, wie bei Grivot in Vosne, eine Kaltmazeration von rund einer Woche bevor die Spontangärung beginnt. Fermentation in Edelstahl und Betontanks, null Holz. Gewisse Ganztraubenanteile von bis zu 50 Prozent in der Vergärung. Der Ausbau findet dann ganz klassisch in Barriques statt. Bei den Crus gibt es auch mal ein Drittel Neuholz, das aber nie dominiert bei Millot, dafür ist der Stil viel zu ausgewogen und harmonisch. Der Suchots ist einfach traumhaft. Vosne in Reinform, als Burgundfreak muss man diesen Wein einfach lieben. Schon in der Nase verspielt und floral, duftig, ein Ausbund an Veilchen und Pfingstrosen. Der Mund glänzt mit einer überirdischen Tanninqualität, nur Seide, alles wird belegt, aber total schwerelos. 2023 ist schon ein ziemlich schickes Jahr, muss ich sagen. Feiner als der Blockbuster 2022. Millot ist immer elegant, aber eher klassisch in der Auslegung, das ist alte Schule Burgund. Doch der 2023er Suchots ist schlicht köstlich, charmant und so zugänglich, dass es auch jung die reinste Wonne ist. Das ist wie Blumen trinken, alles tanzt und spielt auf der Zunge.