J. J. Prüm: Riesling Wehlener Sonnenuhr Kabinett 2024

J. J. Prüm: Riesling Wehlener Sonnenuhr Kabinett 2024

VDP

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, süß
8,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2049
mineralisch
leicht süss
leicht & frisch
Lobenberg: 95–96/100
Suckling: 94/100
Galloni: 94/100
Weinwisser: 93–95+/100
Jancis Robinson: 17,5/20
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Wehlener Sonnenuhr Kabinett 2024

95–96
/100

Ein kühleres Jahr wie 2024 lässt die wärmere Sonnenuhr natürlich besonders glänzen in ihrer vollen Südexposition. Dann zeigt sie ihre ganze Erhabenheit und Präsenz. Wie immer ist die Sonnenuhr dichter, cremiger und reifer schon im Duft als das filigrane Wunderwerk Himmelreich. Natürlich ebenso elegant und unendlich fein. Der typische Prümstinker kommt hier auch etwas deutlicher hervor. Viel saftige, kräuterige, herbsüße, helle Frucht: weißer Pfirsich, Limettenblätter, weißer Tee, Wildkirsche. So schick, kühl, tänzerisch, aber dann kommt hinten raus eine so beeindruckende Länge wie man sie einem so feingliedrigen Wein nie zutrauen wollte. Das ist die Magie der Prüm-Kabinette. Wie auch 2021 ist 2024 einfach ein perfektes Jahr für diese ultrazarten Moselkabinette, schlank im Alkohol, feingliedrig, unendlich verspielt und fein. Keine überschwängliche Exotik, es bleibt sublim und voller spannungsreicher Finessen aus Kräutern, herbsaftigen Zitruszesten und kühl-feuchter Schiefergesteinsanmutung mit schön saftiger heller Steinobstfrucht und minziger Frische, dazu die wahnsinnige aromatische Länge, die auf der Zunge stehenbleibt. Ein Traumkabinett.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

94
/100

Suckling über: Riesling Wehlener Sonnenuhr Kabinett

Wonderfully expressive nose of honeysuckle and fresh garden herbs. Juicy, light-bodied palate with creaminess, slatey minerality and very elegant acidity. Long, zesty finish with plenty of mandarin orange character. Drink or hold.,,

94
/100

Galloni über: Riesling Wehlener Sonnenuhr Kabinett

The 2024 Riesling Wehlener Sonnenuhr Kabinett opens with subtle hints of creamy woodruff, candied angelica and wet slate. The palate is lightness itself, like a veil of scented fruit referencing green apple, supple, sweet but tart citrus, like juicy, pale pomelo, rounded out with a touch of white peach. It is wonderfully serene, cooling, elegant and precise. (Off-dry)

93–95+
/100

Weinwisser über: Riesling Wehlener Sonnenuhr Kabinett

Frisch, fest, süße Kräuter und leicht cremiger Apfel. Zupackend, kabinetttypisch, vibrierend, jetzt freilich noch kaum wertzuschätzen.

17,5
/20

Jancis Robinson über: Riesling Wehlener Sonnenuhr Kabinett

Very serious nose with texture and potential. A bit more reticent and denser than the Himmelreich. Dry finish. No excess sweetness Reverberant on the finish. (JR)

Mein Winzer

J. J. Prüm

Das Weingut J. J. Prüm entstand 1911 nach der Erbteilung des Stammgutes auf die sieben Kinder des letzten Inhabers, Mathias Prüm. Heute werden die legendären Weine von Dr. Manfred Prüm und seiner Familie erzeugt.

Riesling Wehlener Sonnenuhr Kabinett 2024