J. J. Prüm: Riesling Graacher Himmelreich Auslese 2024

J. J. Prüm: Riesling Graacher Himmelreich Auslese 2024

VDP

Limitiert

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, süß
7,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2074
mineralisch
exotisch & aromatisch
leicht süss
Lobenberg: 97–98/100
Galloni: 97/100
Suckling: 95/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Graacher Himmelreich Auslese 2024

97–98
/100

Die Rieslinge aus dem Graacher Himmelreich sind besonders in den ersten Jahren sehr aufregend in ihrer Textur. Im Vergleich zur harmonischeren, tieferen Wehlener Sonnenuhr fallen die Weine bereits in der Jugend als sehr expressiv auf, haben oft eine rasselndere Säure. Mit der Reife wird diese dann gezügelter und der Wein singt auch ähnlich leise Töne, wie die etwas schüchterner wirkende Sonnenuhr. Beide Top-Lagen sind exzellente Langstreckenläufer. Graach ist so wahnsinnig offen in diesem Jahr, so verführerisch, aber keineswegs weil es so laut oder fett ist, sondern es ist fein und geschliffen wie immer. Die Auslese ist noch steiniger und rassiger als die expressive Spätlese, Wahnsinn. Was für ein Gesteinshammer. Im Mund hochfein, seidig, aber so aufregend und rassig. Eine ganze Geröllhalde kommt durchgerauscht, kühl und brillant, präzise wie ein Uhrwerk, keine Botrytis, nichts was von der Puristik ablenkt. Ein Trinkfluss für die Götter, wenn man auf kühle Gesteinsweine steht. Prüm wiederholt das ganz große Süßwein-Kino aus allen Prüm’schen Lagen von Zeltingen über Graach bis Wehlen! Die Graacher Auslese ist mein Liebling dieses Jahr, noch vor der Sonnenuhr.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

97
/100

Galloni über: Riesling Graacher Himmelreich Auslese

The 2024 Riesling Graacher Himmelreich Auslese contains almost no botrytized fruit. Only the slightest note of zesty lemon breaks through on the shy nose. More air reveals a hint of mint sorbet. The palate, however, adds an intriguing sweetness that is so akin to the wonderfully zesty notions of green tangerine peel. The next wave of flavor pushes into greengage and juicy white peach notes, always tempered by vivid citrus. The 2024 has gorgeous linearity and such a tingling, sherbet-like insistence. It is simply wonderful and so utterly balanced. (Sweet)

95
/100

Suckling über: Riesling Graacher Himmelreich Auslese

In spite of the generous ripeness, the dominant aromas and flavors are Amalfi lemons, yellow grapefruit and pomelo with some fresh herbal notes. Very bright and racy, the finish much drier than you might expect for this frankly sweet category. Long, energetic, herbal finish with fascinating grapefruit bitterness and salty minerality. Drinkable now, but best from 2027.,,

Mein Winzer

J. J. Prüm

Das Weingut J. J. Prüm entstand 1911 nach der Erbteilung des Stammgutes auf die sieben Kinder des letzten Inhabers, Mathias Prüm. Heute werden die legendären Weine von Dr. Manfred Prüm und seiner Familie erzeugt.

Riesling Graacher Himmelreich Auslese 2024