J. J. Prüm: Graacher Himmelreich Riesling Auslese Goldkapsel 2024

J. J. Prüm: Graacher Himmelreich Riesling Auslese Goldkapsel 2024 0,375 l

Limitiert

Zum Winzer

Riesling
weiß, süß
8,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2074
sehr süss
mineralisch
exotisch & aromatisch
Lobenberg: 95/100
Galloni: 97/100
Suckling: 96/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Graacher Himmelreich Riesling Auslese Goldkapsel 2024

95
/100

Ich habe nach der sensationellen Spätlese aus dem Graacher Himmelreich die normale Auslese weggelassen, weil wir hier in der Goldkapsel einfach alles finden, was einen multikomplexen Wein mit Restsüße auszeichnet. Schon in der Nase schick. Klar ist darin Botrytis enthalten, aber sie ist sauber und nicht faulig. Es ist eine trockene Botrytis, das riecht man schon, denn es hat gar nichts Bitteres, sondern es ist einfach nur unglaublich schick. So etwas wie Seide in nicht besonders süßem Honig gewirkt. Reineclaude, wunderschöne Note von Boskoop Äpfeln, Marille, Walnuss und sehr viel Schiefer. Ganz leicht eine weiße Pfeffernote. Eine trinkbare Auslese Goldkapsel – das ist doch auch mal was. Dieser Wein ist nicht süß, nicht schwer, nicht pappig. Er ist einfach nur ultrafein und verspielt. Von den hohen Zuckerwerten, die der Wein für eine Auslese Goldkapsel haben muss, ist an Gaumen und Zunge nichts spürbar, was zu viel Süße ausstrahlt. Das ist nur unendlich fein, schick, seidig, kühl und so unglaublich verspielt. Eine spielerisch-leichte Eleganz und eine Art Auslese Goldkapsel, wie ich sie total schätze. Was für ein grandioses Teil, was für eine schicke, kühle Eleganz. Mit diesem Finale in Schiefer, Quitte, Mirabelle und einer leichten Apfelnote. Nur ganz feine Zitrusnoten, leicht Orangenzesten und Walnuss dabei. Was mir aber am ehesten an diesem Wein einfällt, ist eine schicke Eleganz. Was für ein fantastischer Süßwein!

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

97
/100

Galloni über: Graacher Himmelreich Riesling Auslese Goldkapsel

The 2024 Riesling Graacher Himmelreich Auslese Goldkapsel was made with more than half botrytis-affected fruit in the wine. Once again the savor of slate precedes any other notion. Some lichen adds flavor, while mint and tansy add overtones. The palate plunges into the suppleness of ripe, smooth peach, almost like peach ice cream. It is so creamy and serene, with the ripest note of fruit enhanced and heightened by sweetness. A gorgeous frame of orange zest gives it beautiful tanginess while adding temperance and freshness. (Sweet)

96
/100

Suckling über: Graacher Himmelreich Riesling Auslese Goldkapsel

This smells just like lilac blossoms in spring. Rich and compact with a firm structure, this botrytis Auslese makes a bold statement on the medium- to full-bodied palate. Quite some spices in the finish, but this is still tightly wound and you’ll need patience to get everything out of this beauty. Drinkable now, but best from 2027.,,

Mein Winzer

J. J. Prüm

Das Weingut J. J. Prüm entstand 1911 nach der Erbteilung des Stammgutes auf die sieben Kinder des letzten Inhabers, Mathias Prüm. Heute werden die legendären Weine von Dr. Manfred Prüm und seiner Familie erzeugt.

Graacher Himmelreich Riesling Auslese Goldkapsel 2024