Late Release in 2026 aus der Schatzkammer, bis dahin perfekt im tiefen Keller des Weingutes gelagert. Komplett durchgegoren auf rund 2 g/l Restzucker. Becker hatte auf Grund seiner alten Rebanlagen von weit über 60 Jahren und der ökologischen Bewirtschaftung weder in 2015 noch 2016 Wasserstress. Er hat in 2016 deutlich, ja fast dramatisch weniger geerntet auf Grund des falschen Mehltaus im nassen Frühjahr. Dementsprechender weniger Ertrag, der bei 25 Hektoliter pro Hektar liegt. Die Nase deutlich von der Hefe und der Spontanvergärung geprägt. So ausgeprägt und dabei zugleich ultrafein. Wie vieles in 2016 eher zur weintraubigen Frucht gehend. Richtig klassisch Weintraube. Eine volle Nase. Dazu der Sponti-Ton. Fein schwebend, und anders als 2015 nicht so laut, nicht so krachend, sondern total poliert, filigran. Tolle frische Säure im Mund, aber nicht so rasiermesserscharf wie vielleicht 2012, 2013 oder 2015, sondern gut eingebunden. Natürlich mmer noch sehr präsente Frische, immer noch die höchsten Säurewerte von allen Rheingau-Weinen, die ich im Programm habe. Aber trotzdem sitzt der Schliff. Das Ganze mit dieser feinen Traubigkeit. Dazu diese weiße und gelbe Grapefruit, Zitrusfrüchte, aber 2016 eben auch weißes Steinobst. Leichte Cremigkeit von weißer und grüner Birne. Das macht richtig Freude. Das ist richtig trinkig und ein sehr schicker Kabinett. Ein Kabinett aus dem Rheingau, in der gleichen Liga wie ein wunderschönes Kabinett von der Mosel. Leichtfüßig, tänzelnd, hin und her springend. Aber es ist klar. Man muss frische, knochentrockene Weine lieben. Denn das ist er definitiv auch. Er hat ander als sonst aber ein feines, süßes Schwänzchen von dem hohen Extraktwert. Der Restzucker ist aber wie gesagt unter 3 Gramm. Er mag keinen Restzucker. Aber dieses Schmelzige des Jahrganges schafft die Balance in 2016, so dass 2016, entgegen aller Gepflogenheiten hier, auch schon jung mit Freude zu trinken sein wird. Gefällt mir super.