In den Appellationen des Nordens arbeitet Guigal mit mehr Holz als an der Südrhône, sowohl in der Vergärung als auch beim Ausbau. So ist es auch hier. Früher war es Seguin Moreau, heute ist es alles von der eigenen Tonnellerie im Château Ampuis. Guigal ist mit Chapoutier, Beaucastel und Rayas einer der wenigen Ikonen der Rhone. Zu Recht! Hier von der Nordrhône kommt mit dem 2021er Saint-Joseph, ein archetypischer Nordrhone-Syrah, wie er exemplarischer nicht sein könnte. Syrah überwiegend aus der kleinbeerigen Sirene oder auch Petit Syrah genannt, konzentrierter und ertragsschwächer, intensiver und zugleich feiner. Zu einem Preis im gehobenen Cotes du Rhone Bereich und das in dieser ungeheuren Klasse, wie das im Grunde nur von Tardieu, Ferraton und eben Guigal funktioniert. Aber da helfen natürlich auch die immer besser werdenden Jahrgänge. Enorm frisch und saftig und zugleich intensiv beerig und leicht rauchig vom speziellen Terroir. Saint Joseph sagt man zu Recht nach der preiswertere Zwillingsbruder des feinen, kühlen Côte Rôtie zu sein.