Guffens-Heynen: Pouilly Fuissé Les Trois C. 2024

Guffens-Heynen: Pouilly Fuissé Les Trois C. 2024

Limitiert

Zum Winzer

Chardonnay 100%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2030–2049
mineralisch
voll & rund
Lobenberg: 95–96+/100
Decanter: 95/100
Frankreich, Burgund, Maconnais
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pouilly Fuissé Les Trois C. 2024

95–96+
/100

Die beiden Besitzer Monsieur Guffens und Madame Heynen sind Belgier aus Flandern. Der Hauptteil der Rebfläche, für den die Familie Guffens-Heynen berühmt ist, ist ein vier Hektar großer Weinberg in Mâcon mit einer Pflanzdichte von 10.000 Stöcken pro Hektar. Der Weinberg teilt sich auf in jüngere Reben, die Anfang der 2000er gepflanzt wurden und in alte Reben, die 80 bis 90 Jahre alt sind. Die Erträge gehen nie über 25 Hektoliter je Hektar, manchmal sogar unter 20 Hektoliter. Im Keller werden die Ganztrauben eingemaischt und auf einer uralten Korbpresse händisch gepresst, der Saft wird in drei Fraktionen aufgeteilt: Der Free Run, der mittlere Teil und die harte Pressung. In den Topweinen landet ausschließlich der Vorlaufsaft mit seiner hohen Säure bei gleicher Reife wie in den anderen Fraktionen. Über drei Monate hinweg wird ganz langsam fermentiert. Die Reduktion in der Nase des finalen Weins wird ein bisschen über den Zeitpunkt des Starts der Fermentation in den Barriques gesteuert. Nach der Presse wird der Vorlaufsaft bei manchen Weinen etwas länger sedimentiert und somit mit einem geringeren Hefeanteil in die Barriques gegeben. Bei den Topweinen wird der Saft relativ schnell in die Barriques gegeben, sodass sich die Hefe nicht so stark absetzen kann. Das fördert die Reduktion und gibt eine zusätzliche Komponente und Feinheit. Man muss allerdings sehr aufpassen, das Ganze nicht zu übertreiben, da sonst die Weine zu reduktiv werden. Der Holzkontakt liegt insgesamt bei nur zehn Monaten, 20 Prozent des Holzes ist neu. Guffens-Heynen ist ein Verfechter der späten Ernte, die phenolische Reife der Schale muss komplett gegeben sein. Um so wichtiger ist es später während der Pressung, den Free Run Juice abzutrennen und nur diesen für die Topweine zu verwenden, um die hohe Säure bei hoher phenolischer Reife zu erreichen. In 2024 sind es nach 2022 und 2023 wieder alle drei Parzellen in der »C’s«, daher Trois C. Es ist ein bisschen das Beste des Jahrgangs, vereint in einem Wein und nie ganz dieselbe Rezeptur. Es kommt auf die Trauben an. Hocharomatisch und hochintensiv, dichte Frucht, sehr gelb, Mango, Pfirsich, Nektarine. Aber überhaupt nicht süß, sondern sehr klassisch, sehr geradeaus und strukturiert. Viel Steinobst, aromatisch und trotzdem fein. Im Mund wird es aber ein richtiger Kracher. So eine hohe Mineralität, Salz und Steine rollen die Zunge runter, belegen die Zungenkanten. Das Ganze mit Quitte, gelber Melone und reifem Steinobst durchsetzt. Der Wein macht die Augen klein und zeigt Größe. Das ist schon ein Chardonnay der Extraklasse und ein Unikat. Dieser Fruchtdruck ist schon immens, das ist ziemlich einzigartig. In Pouilly-Fuissé und in Mâcon stellt Guffens-Heynen sicherlich einen Sonderfall dar. Schwer auffindbar, extrem gesucht und qualitativ kaum erreichbar in einer eigenen Liga. Schräger Typ, und gleichzeitig Weltklasse.

Jahrgangsbericht

2024 markiert die Rückkehr zu einem sehr klassischen, fast schon nostalgischen Stil. Die Weine sind deutlich kühler, straffer und mineralischer als in den Vorjahren. Mit moderaten Alkoholgraden zwischen 12 % und 13 % vol. erinnert der Jahrgang an die »gute alte Zeit« des Burgunds. Besonders die Weißweine bestechen durch einen laserartigen Fokus und eine berstende, kristalline Mineralität, die an das exzellente Jahr 2014 erinnert. Ein Jahrgang für Puristen, die Struktur und Kante über cremigen Charme stellen. Der Jahrgang 2024 war ein hartes Stück Arbeit für die Winzer. Starke Frostschäden und ein sehr regenreiches Frühjahr und massiver Mehltaubefall führten zu drastischen Ertragseinbußen, besonders an der Côte de Nuits. Ein »goldener September« rettete zwar die Qualität der verbliebenen Trauben, doch die Mengen bleiben extrem klein. Die Qualität variiert stark je nach Lage und Geschick des Winzers. Wer jedoch bei den Top-Produzenten fündig wird, erhält tiefgründige, charakterstarke Weine von großer Eigenständigkeit und Raritätswert.

95
/100

Decanter über: Pouilly Fuissé Les Trois C.

Julien Desplans, winemaker for Guffens-Heynen, describes this as a ‘tour of the rock of Vergisson'. It is an assemblage of grapes from three lieux-dits: La Côte, En Carmentrant and Les Crays. The result is sublime, with pronounced aromas of Mirabelle plum, ripe pear, acacia flower, an edge of smoky reduction and a hint of spice. The texture is lush and dense, but not heavy, with enough acidity to balance everything. Ideally, open this wine in 10 years and drink it over the next 20 that follow.,

Mein Winzer

Guffens-Heynen

Unter Burgund-Insidern seit Jahrzehnten eine Kult-Domaine, dennoch sieht man die Weine selten auf dem Markt, denn sie sind extrem rar und nur bei wenigen Händlern weltweit vertreten. Gerade einmal etwas mehr als 5 Hektar herausragender Einzellagen im Umland von Vergisson im Mâconnais umfasst die...

Pouilly Fuissé Les Trois C. 2024